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Artikel vom 23. Januar 2013 15:52, 347 mal gelesen

Donauausbau

Donauausbau: Das millionenteure Jahrhundertprojekt

Autor: dpa
Symbolbild: dpa

Symbolbild: dpa

Auf der Donau ist Güterschifffahrt auf dem rund 230 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kelheim und Passau möglich. Sechs Staustufen regeln den Wasserstand. Lediglich zwischen Straubing und Vilshofen ist der Fluss auf knapp 70 Kilometern noch freifließend - eine 33 Millionen Euro teure EU-Studie hat zwei Ausbauvarianten untersucht. In wenigen Tagen will die bayerische Staatsregierung entscheiden, für welche Möglichkeit sie sich entscheidet.

Warum soll der Bereich ausgebaut werden?

In Niederbayern behindern unterschiedliche Wasserstände die Schifffahrt. Oftmals müssen Binnenkapitäne im Sommer ihre Ladung in Passau oder Regensburg teils abladen, um die Problemstrecke bei Niedrigwasser mit weniger Tiefgang passieren zu können. Außerdem gilt der Abschnitt mit der Mühlhamer Schleife, in der die Donau wie ein Hufeisen durch die Landschaft fließt, als unfallträchtig. Immer wieder fahren sich Güterschiffe auf den Sand- und Kiesbänken fest. Derzeit ist die Schifffahrt in diesem Bereich für die voll beladenen Frachter auf durchschnittlich 165 Tage im Jahr begrenzt.

Welche Varianten werden untersucht?

Es werden zwei Optionen unter die Lupe genommen: Bei der Variante C 280 ist eine Stützschwelle oder eine Staustufe am Eingang der Mühlhamer Schleife bei Aicha das Kernstück. Schiffe dürfen in dieser Variante die Schleife nicht mehr benutzen. Die Schifffahrt benutzt stattdessen einen Seitenkanal in Form einer mehrere Kilometer langen Schleusenanlage. So könnten an 301 Tagen im Jahr Güterschiffe mit einem Tiefgang von zweieinhalb Metern den Bereich befahren.

Die Variante A sieht ausschließlich flussregelnde Maßnahmen vor, die geringere Eingriffe in die Natur vorsehen. Die bereits bestehenden Buhnen, etwa kopfgroße Wasserbausteine die senkrecht zum Flussufer eingelassen sind, und Parallelwerke werden ergänzt. Damit wird bei Niedrigwasser das Restwasser in die Fahrrinne gedrängt. Die Fahrrinnentiefe wird durch Flussbaggerungen vergrößert. Bei dieser Variante können große Schiffe an 200 Tagen den Bereich befahren.

Was kostet der Ausbau?

Laut der EU-Studie schlägt die Variante A mit 460 Millionen Euro zu Buche. Darin sind Kosten für den Hochwasserschutz in Höhe von 380 Millionen Euro enthalten. Die Variante C 280 kostet 600 Millionen Euro inklusive 340 Millionen Euro für den Hochwasserschutz.

Wer kommt für die Kosten auf?

Nach dem bereits 1966 geschlossenen Duisburger Vertrag, der den Donauausbau regelt, müssen die Bundesrepublik und Bayern die Kosten jeweils zur Hälfte tragen. Die EU hat angekündigt, sich ebenfalls an den Kosten zu beteiligen. Die zuständige EU-Koordinatorin Karla Peijs stellt einen Zuschuss von 50 Prozent für die Planungskosten und bis zu 40 Prozent für die Baukosten in Aussicht. Allerdings nur dann, wenn an mindestens 240 Tagen im Jahr eine Abladetiefe von 2,50 Metern erreicht wird. Dies ist nach den derzeitigen Berechnungen nur mit Variante C 280 möglich.

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