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Artikel vom 22. Januar 2013 07:59, 579 mal gelesen

Landshut

Gutachter geben Entwarnung für das Eisstadion

Die Tragfähigkeit des Hallendachs ist trotz wachsender Korrosionsschäden gewährleistet

Autor: Johannes Viertlböck
Landshut ist nicht Kaufbeuren: Während die Stadt im Allgäu ihre Eishalle wegen statischer Mängel bis auf Weiteres gesperrt hat, ist der Sportbetrieb am Gutenbergweg derzeit nicht gefährdet. Aufgrund fortschreitender Korrosionsschäden an der Dachkonstruktion muss das Eisstadion aber auch in den kommenden Jahren gutachterlich beobachtet werden. Denn eine Generalsanierung ist derzeit aus finanziellen Gründen nicht drin. (Foto: jv)

Landshut ist nicht Kaufbeuren: Während die Stadt im Allgäu ihre Eishalle wegen statischer Mängel bis auf Weiteres gesperrt hat, ist der Sportbetrieb am Gutenbergweg derzeit nicht gefährdet. Aufgrund fortschreitender Korrosionsschäden an der Dachkonstruktion muss das Eisstadion aber auch in den kommenden Jahren gutachterlich beobachtet werden. Denn eine Generalsanierung ist derzeit aus finanziellen Gründen nicht drin. (Foto: jv)

Aufatmen bei der Stadt und beim Eislaufverein (EVL): Das Dach der Haupthalle des Eissportzentrums am Gutenbergweg ist weiter tragfähig. Das ist laut Baudirektor Johannes Doll das wichtigste Ergebnis eines aktuellen Gutachtens der Firma Bauer Beratende Ingenieure (BBI), das der Stadt seit vergangener Woche vorliegt. Noch im Herbst hatte eine erste Expertise auf eine deutlich verminderte Traglastfähigkeit schließen lassen. "Nach einer weiteren eingehenden Untersuchung wurde dieses Urteil nun revidiert", sagte Doll gestern auf LZ-Anfrage. Eine Hallensperrung drohe deswegen auch bei weiter anhaltenden Schneefällen wohl nicht.

Der Zustand des Hallendachs ist also (noch) nicht besorgniserregend. Allerdings seien die Korrosionsschäden an der Konstruktion im Vergleich zum letzten Gutachten aus dem Jahr 2009 erwartungsgemäß stärker geworden, räumte Doll ein. "Wir werden das Hallendach deswegen in den nächsten Jahren weiter gutachterlich beobachten müssen." Insbesondere sei dabei zu kontrollieren, ob die Korrosion weiter fortschreite. Zu ähnlich radikalen Schritten wie die Stadt Kaufbeuren, die ihre Eishalle vor einigen Wochen wegen statischer Mängel bis auf Weiteres geschlossen hatte, wird Landshut nach Dolls Worten aber wohl nicht gezwungen sein.

Aktuelle Schneelast für das Hallendach kein Problem

Um einen sicheren Betrieb aufrechterhalten zu können, messen Mitarbeiter des Eisstadions derzeit regelmäßig die Schneedichte. Dadurch werde das Gewicht der auf dem Dach lastenden Schneedecke ermittelt, sagte Doll. Hans Werner, Betriebsleiter des Eisstadions, bezifferte das Schneegewicht gestern Nachmittag auf 20 bis 25 Kilogramm pro Quadratmeter. "Es liegen 15 bis 17 Zentimeter trockener Schnee. Solange es nicht regnet und der Schnee dadurch feucht und schwer wird, ist das kein Problem." Denn: "Momentan kann das Dach der Eishalle eine Schneelast von 75 Kilogramm pro Quadratmeter tragen", sagte Gerhard Mayer, Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft. Sollten die Messungen ergeben, dass die Schneelast zu groß werden könnte, werde das Dach frühzeitig von Feuerwehr und Technischem Hilfwerk geräumt, versicherte Doll. Der Baudirektor hofft, dadurch "die verständlichen Emotionen aus diesem Thema zu nehmen".

Generalsanierung würde vier Millionen Euro kosten

Dauerhaft wird das indes wohl nur dann gelingen, wenn das Hallendach baulich auf Vordermann gebracht wird. Dass Handlungsbedarf besteht, ist den Verantwortlichen klar. "Aufgrund der Finanzsituation der Stadt ist derzeit aber keine Generalsanierung möglich - und unter Sicherheitsaspekten auch noch nicht erforderlich", sagte Doll. Denn eine solche umfassende Erneuerung der in die Jahre gekommenen Dachkonstruktion dürfte mit mindestens vier Millionen Euro zu Buche schlagen.

Von Kosten in dieser Größenordnung ist zumindest in der Finanzplanung der Stadt die Rede. Die Sanierung der Dachkonstruktion des Eisstadions ist demnach allerdings nicht vor 2017 vorgesehen. Verbesserungen am Dach selbst sind heuer laut Gerhard Mayer übrigens nicht vorgesehen. Dafür werde an der Tragkonstruktion gearbeitet. "In Absprache mit Statikern von BBI und der Landesgewerbeanstalt nehmen wir Bohrungen an den waagrechten Stahlträgern vor, an deren Knotenpunkten sich bislang das Wasser sammeln kann", sagte Mayer. Durch die Bohrungen verspreche man sich einen besseren Abfluss dieses Stauwassers und damit weniger Rostbefall. Außerdem würden die Dachträger soweit wie möglich manuell vom Rost befreit. Auf diese Weise wollen Mayer und seine Kollegen der Korrision "wenigstens einigermaßen Einhalt gebieten" .

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Landshut, Bayern, Deutschland

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