Landshut

Nach Messerstecherei in Flüchtlingsunterkunft: Zustand des Opfers weiter kritisch


Seit dem Vorfall am 25. Dezember ist die Lage in der Notunterkunft an der Siemensstraße wieder ruhig.

Seit dem Vorfall am 25. Dezember ist die Lage in der Notunterkunft an der Siemensstraße wieder ruhig.

Als nach wie vor sehr kritisch beschreibt das Polizeipräsidium Niederbayern den Zustand des 23-jährigen Irakers, den am 25. Dezember ein Landsmann in der Flüchtlingsunterkunft in der Siemensstraße niedergestochen hat.

Wie berichtet waren ein 24-jähriger und ein 23-jähriger Iraker dort gegen 14.30 Uhr in Streit geraten. Gegen den festgenommenen Iraker wurde mittlerweile Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Auch drei Tage nach dem Vorfall stehen die Mitarbeiter der Stabsstelle unter Schock. Wie der Koordinator der Stabsstelle, Thomas Link, am Sonntag mitteilte, war der Vorfall eine Ausnahmesituation, wie es sie in den vergangenen 13 Monaten nicht gegeben hat.

Ein Umstand, den online aber einige Kommentatoren anders sehen. Trotz eindeutiger Zahlen hat der Vorfall im Netz für scharfe Diskussionen gesorgt. Eine ganz klare Aussage vieler Kommentatoren: "Ab nach Hause und nicht in die JVA mit dem Täter." Die hört der Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern, Alexander Schraml, häufig. Und er hat eine klare Antwort: "Ein Asylbewerber untersteht bei einer Straftat den gleichen Gesetzen wie ein Einheimischer. Da bei einem Asylantrag auch immer die Frage im Raum steht, ob eine Person politisch verfolgt wird, wäre eine Abschiebung sogar äußerst fahrlässig". Zum Thema Kriminalität äußert er sich ebenfalls eindeutig. Rechnet man die Fälle wegen Schleuser-Kriminalität heraus, haben Flüchtlinge und Flüchtlingsheime so gut wie keinen Einfluss auf die Kriminalstatistik.

Lesen Sie hier: Bluttat in der Flüchtlingsunterkunft: Was geschah hinter diesen Mauern?

Gerne verweisen Kommentatoren auch auf die Auseinandersetzungen in Ergolding, um Links Aussage, dass so etwas in Landshut noch nicht vorgefallen ist, zu entkräften. Allerdings: Thomas Link ist tatsächlich nur der Koordinator für die Stadt Landshut, der von seinen Erfahrungen spricht - und die Unterkunft in Ergolding liegt außerhalb der Stadtgrenze. Doch zumindest vom Ton her schlugen die Kommentatoren auch bei unserem Online-Auftritt nur selten über die Stränge. Nur einen kleinen Teil der Beiträge konnten wir nicht freigeben.

Nach wie vor ist das genaue Motiv der Tat ungeklärt. Wahrscheinlich handelte es sich um eine persönliche Auseinandersetzung zwischen dem 23-Jährigen und dem 24-Jährigen. Beide befanden sich erst seit wenigen Tagen in der Unterkunft. Über den derzeitigen Gesundheitszustand des Opfers kann die Polizei nichts sagen. Er befindet sich nach wie vor im Krankenhaus. Die Lage sei kritisch.

Der Kriminaldauerdienst und das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei Landshut haben noch am 25. Dezember die Ermittlungen in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Landshut aufgenommen. In der Notfallunterkunft selbst ist die Lage seit dem Vorfall am 25. Dezember wieder ruhig.