Fußballspiel zwischen Regensburg und Dresden endet mit nahezu 30 Festnahmen
Regensburg. Aufgrund der aktuellen Lage und nicht zuletzt wegen der unerfreulichen Erfahrungen aus dem Vorjahr, wertete die Polizei das Heimspiel des SSV Jahn 2000 Regensburg gegen SG Dynamo Dresden in der 3. Fußballliga, am Samstag, 21. November, 14 Uhr, im Stadion in Regensburg, als "Spiel mit hohem Risiko".
Hinsichtlich der aktuellen Tabellensituation galt die Begegnung für beide Teams wohl als richtungsweisend. Die Schlussbilanz der Polizei: "Das polizeiliche Einsatzkonzept mit hoher Präsenz, deeskalierenden Maßnahmen und konsequentem Einschreiten bei Verstößen ist grundsätzlich aufgegangen!".
Etwa 7.000 Zuschauer verfolgten das Spiel, das 2:0 für den "Jahn" endete. Darunter waren ca. 2.500 Gästefans, von denen ungefähr 900 mit Bahn oder Bussen angereist waren. Sie kamen nicht nur aus Dresden sondern auch aus den Großräumen Augsburg, München und Nürnberg.
Darunter fanden sich auch etwa 600 Personen, die weniger als echte Fußballfans sondern eher als "problematisch" einzustufen waren. Denen galt auch das Hauptaugenmerk der Polizeikräfte.
Den Einsatz führte das Polizeipräsidium (PP) Oberpfalz mit eigenen Kräften aus dem gesamten Dienstbereich. Unterstützungskräfte kamen von der Präsidien der Bereitschaftspolizei, Mittelfranken und München. Von letzterem waren es mehrere Angehörige der Reiterstaffel. Deren Aufgabe war es, die mit der Bahn Angereisten vom Bahnhof zum Stadion und wieder zurück zu eskortieren. Insgesamt waren somit mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte bemüht, Ausschreitungen, welcher Art auch immer, zu verhindern bzw. zu unterbinden.
Die Bundespolizei war bereits seit den frühen Morgenstunden mit einem entsprechenden Kräfteansatz präsent, um Ausschreitungen bei An- und Rückreise sowie auf den Arealen der tangierten Bahnhöfe zu verhindern. Hier gab es im Zug aus Hof vier Festnahmen wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Das Zünden eines Böllers auf dem Regensburger Hauptbahnhof wird für einen "Fan" strafrechtliche Konsequenzen haben.
Im Stadion und dessen unmittelbarem Umfeld hatte der Veranstalter 160 Personen sowohl eines privaten Sicherheitsdienstes als auch ehrenamtliche Ordner des Vereins im Einsatz.
Die mit den Zügen Angereisten wurden am Hauptbahnhof von der Bundespolizei an Einsatzkräfte der Landespolizei übergeben. Hier wurden über Lautsprecher die Verhaltensempfehlungen der Polizei durchgegeben. Bis zum Zielort "Stadion" erfolgte eine enge Begleitung der Gäste durch Einsatzkräfte, in deren Reihen sich auch für verbale Deeskalation geschultete Beamte befanden.
Wiederholt hatten einzelne aus der Gruppe der Angereisten - sowohl Männer als auch Frauen - vornehmlich in der Grünanalge beim Peterskircherl aber auch in der Liskircherstraße nichts Wichtigeres zu tun als wild zu zu Urinieren. Dem Beliebtheitsgrad der "Fußballbegeisterten" wird diese Unsitte sicherlich nicht zuträglich sein. Zu Straftaten wie im vergangenen Jahr, als Blumenkübel demoliert und Autos zerkratzt wurden, kam es auf dem Anmarschweg nicht.
Im Stadion wurden aus dem Dresdner Block Leuchtraketen und Böller gezündet und durch wiederholtes Rütteln an einem Absperrzaun zur sog. Pufferzone ein Teil des Zaunes herausgebogen. Zu einem Übersteigen kam es nicht.
Insgesamt (Stand: Samstag, 21. November, 18:30 Uhr ) gab es nahezu 30 Festnahmen und Identitätsfeststellungen vor Ort von überwiegend dem Dresdner Spektrum zuzurechnenden Personen. So wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Beleidigung, Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Vergehen nach dem Waffen- oder Sprengstoffgesetz bzw. dem Versammlungsgesetz.
Das Mitführen oder Zünden von Böllern, Diebstähle von Biergläsern, das Vermummen mit Schutzmasken, das Skandieren "Sieg Heil", Beleidigungen der eingesetzten Polizeikräfte sind detaillierte Hintergründe dazu. Das Altersspektrum der vorläufig Festgenommenen reicht von 17 bis 31 Jahren. Nach der kriminalpolizeilichen Abarbeitung konnten alle wieder entlassen werden.
Regensburger Anhänger taten sich durch u. A. zwei Straftaten nach dem Waffengesetz hervor. So führte ein 17-Jähriger ein Einhandmesser mit sich und ein weiterer hatte seine Handschuhe präpariert um nötigenfalls mehr "Schlagkraft" zu haben.
Auf dem Rückweg der zum Hauptbahnhof Begleiteten kam es zu keinen Straftaten. Gegen 17:45 Uhr war die individuelle Betreuung durch bayerische Polizeikräfte am Bahnhof beendet. Die Bundespolizei übernahm damit die Obhut der Angereisten, von denen manche erheblich unter Alkoholeinfluss standen und den Ausgang des Spieles wohl erst in den morgigen Stunden realisieren dürften.
Bedauerlicherweise kam es im Nachgang des Spieles noch zu einigen Straftaten, die offensichtlich von mit eigenen Fahrzeugen Angereisten begangen wurden. So an einem Schnellrestaurant im Defreggerweg, wo sie eine Mülltonne demolierten und dann flüchteten. Die gezielte Fahndung wurde sofort eingeleitet.
Zudem in einem Einkaufsmarkt in der Prüfeninger Straße, wo alkoholisierte Anhänger des "Dresdner Lagers" randalierten. Sie räumten Regale leer und schlugen einem beherzten Kunden, der sich den Männern entgegenstellte, ins Gesicht. Er wurde leicht verletzt. Die Ermittlungen zur Identifizierung der Geflüchteten laufen.
Das Aufeinandertreffen von Gruppierungen beider Vereine an einer Tankstelle vor dem Stadion konnte schließlich nur durch einen massiven Kräfteansatz und konsequentes Abdrängen unterbunden werden.
Verkehrsbedingte Behinderungen, die im Zusammenhang mit Veranstaltungen dieser Dimensionierung unabänderlich sind, gab es auf dem An- und Rückmarschweg und im Umfeld des Stadions.
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