Ratgeber/Wirtschaft

Weihnachtsgeld – wer kriegt wie viel?


Die Höhe des Weihnachtsgeldes ist stark branchenabhängig. Und nicht jeder bekommt es. (Symbolbild)

Die Höhe des Weihnachtsgeldes ist stark branchenabhängig. Und nicht jeder bekommt es. (Symbolbild)

Von Redaktion idowa

Viele Arbeitnehmer in Deutschland haben es schon eingeplant: das Weihnachtsgeld. Wie hoch der Endjahres-Bonus ausfällt, hängt allerdings stark von der Branche ab. Und gibt es darauf überhaupt einen rechtlichen Anspruch?

Insbesondere Tarifbeschäftigte können sich auf das Extra zum Jahresende freuen, wie das Statistische Bundesamt (destatis) berichtet. Knapp neun von zehn Tarifbeschäftigten (86,9 Prozent) erhalten in diesem Jahr eine Sonderzahlung. Wie destatis weiter mitteilt, beträgt das Durchschnitts-Weihnachtsgeld 2.632 Euro brutto - 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. 2018 hatte es ein Plus von 2,3 Prozent gegeben.

Zwischen einzelnen Branchen sowie zwischen Ost und West gibt es allerdings teils deutliche Unterschiede. In Westdeutschland bekommen Tarifbeschäftigte im Schnitt ein Extra-Gehalt von 2.644 Euro, im Osten sind es 2.547 Euro.

Große Unterschiede bei der Höhe

Unter allen Branchen erhalten Tarifbeschäftigte in der Förderung von Erdöl und Erdgas in diesem Jahr das höchste durchschnittliche Weihnachtsgeld. Ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt liegt das tarifliche Weihnachtsgeld bei den Rundfunkveranstaltern mit 5.274 Euro sowie im Bereich "Energieversorgung" mit 4.923 Euro. Das niedrigste Weihnachtsgeld erhalten die Tarifbeschäftigten im Bereich "Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften" mit durchschnittlich 318 Euro, gefolgt von den Bereichen "Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten" mit 492 Euro sowie "Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien" mit 510 Euro.

Hier sehen Sie ausgewählte Bezieher nach Arbeitsbereichen und die konkrete Höhe des Weihnachtsgeldes in einer Grafik des Portals statista.

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Ein Arbeitstag frei

Für Gebäudereiniger wurde dieses Thema erst einmal auf das Jahr 2020 vertagt: Nach sieben Verhandlungsrunden und etlichen Warnstreiks steht zwar der Rahmentarifvertrag für die rund 650.000 Gebäudereiniger in Deutschland, inklusive höheren Lohnzuschlägen und mehr Urlaub. Die Forderung nach einem Weihnachtsgeld wurde hingegen auf die Gehaltsverhandlungen im kommenden Jahr vertagt. Die Beschäftigten erhalten vorerst als "Weihnachts-Bonus" in diesem und im kommenden Jahr Silvester oder Heiligabend als bezahlten Arbeitstag frei.

Anspruch auf Weihnachtsgeld?

"Einen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben Arbeitnehmer nur, wenn das irgendwo geregelt ist", wird Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln, in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur zitiert. So können Regelungen zum Weihnachtsgeld etwa im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag festgelegt sein.

In manchen Fällen kann sich aber aus der sogenannten betrieblichen Übung ein Anspruch ergeben. Voraussetzung dafür ist, dass ein Arbeitgeber mindestens drei Jahre in Folge allen Beschäftigten Weihnachtsgeld bezahlt. Im vierten Jahr können Arbeitnehmer unter gewissen Umständen dann ihr Recht auf das 13. Gehalt einklagen. Arbeitgeber können das aber auch von vornherein ausschließen.