Goldige Geldanlagen

Münzen als Krisen-Investment: Das sollten Sie beachten


Goldene Münzen - ihr Wert richtet sich nach dem Gesamtgewicht und dem Feingehalt an Gold.

Goldene Münzen - ihr Wert richtet sich nach dem Gesamtgewicht und dem Feingehalt an Gold.

Von Guido Verstegen / Online

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind wertvolle Münzen ein beliebtes Investment. Es paar Dinge sollten Anleger aber beachten.

München - Aufgrund der derzeitig niedrigen Zinsen suchen viele nach Anlagemöglichkeiten für ihr Erspartes. Vielen sind Aktien zu riskant - und für eine Immobilie reicht das Geld nicht. Sie ziehen dann Münzen als Geldanlage in Betracht. Bei der Entscheidung für Münzen gilt es allerdings einiges zu beachten.

Grundsätzlich gilt: Münzen werfen keine Zinsen ab, unterliegen Preisschwankungen und ihre sichere Verwahrung, etwa in einem Banktresor, kostet Geld.

Münze oder Medaille: Das ist der Unterschied

Aller Anfang ist schwer. Wer sich mit dem Münzsammeln befasst, steht zunächst einer großen Anzahl unterschiedlichster Münzen gegenüber und muss herausfinden, welche es lohnt zu sammeln.

Man sollte sich also zum Beispiel für bestimmte Metalle, Länder, Serien oder Epochen entscheiden und sich dann spezialisieren. Grundsätzlich wird bei Münzen zwischen Sammlermünzen und Anlagemünzen unterschieden. Aufpassen müssen Anleger, dass es sich um Münzen und nicht um Medaillen handelt. Diese sind kein offizielles Zahlungsmittel.

Trends beeinflussen den Markt für Sammlermünzen

Gedenk- und Sondermünzen, auch Sammlermünzen genannt, werden zu bestimmten Anlässen und in limitierter Stückzahl geprägt. Bei Sammlern scheinen derzeit historische Münzen begehrter zu sein als moderne Prägungen wie etwa zu Olympischen Spielen oder Sonderprägungen von Euro-Münzen. Ähnlich wie der Kunstmarkt ist auch der Markt für Sammlermünzen von Trends beeinflusst, was Vorhersagen zur Wertentwicklung schwierig macht.

Viele Gedenkmünzen und Sondereditionen eignen sich nicht als Wertanlage. Auch über Jahrzehnte hinaus ist nicht damit zu rechnen, dass diese stark an Wert gewinnen, der den Nominalwert übertrifft. Grund dafür ist gerade bei stark beworbenen "Sammlereditionen", dass diese in so großer Auflage geprägt werden, dass sie keinen Seltenheitswert mehr haben.

Das sind die klassischen Anlagemünzen

Anlagemünzen werden meist in hoher Stückzahl geprägt, und ihr Wert bestimmt sich hauptsächlich über den Wert des Edelmetalls, aus dem sie hergestellt werden. In der EU gelten deshalb Anlagemünzen aus Gold auch als Anlagegold.

In Krisenzeiten sind sie eine Wertanlage. Doch auch ihr Wert schwankt mitunter stark. Deshalb kommt eine Investition nur bei großem Vermögen und mit einem kleinen Anteil von etwa zehn Prozent der Gesamtinvestitionen in Frage. Klassische Anlagemünzen (auch Bullionmünzen genannt) sind: der südafrikanische Krügerrand, der kanadische Maple Leaf, der US-amerikanische American Eagle und American Buffalo und die britische Britannia-Goldmünze.

Anlagemünzen: Schauen Sie sich den Edelmetallpreis an

Münzwert, Wertsteigerung und Rendite: Je nachdem, ob es sich um Sammler- oder Anlagemünzen handelt, bestimmen verschiedene Faktoren den Wert und die Wertsteigerung einer Münze. Bei Sammlermünzen sind einerseits Seltenheit, Erhaltungszustand, Herkunft und Materialwert wichtige Kriterien. Andererseits bestimmen Markttrends und die Zahl der Interessenten über Wert und Wertsteigerung.

Eine chinesische Käsch-Münze aus der Tang-Dynastie (617/18 bis 907 nach Christus) kann beispielsweise sehr wertvoll sein, obwohl sie aus einem preiswerten Metall hergestellt wurde. Bei Anlagemünzen sind Wert, Wertsteigerung und Rendite vom jeweiligen Edelmetallpreis abhängig. Eine Investition in Anlagemünzen empfiehlt sich also nur bei niedrigem Gold- oder Silberpreis.

Mit der Erholung des Preises für die Edelmetalle steigt dann auch der Wert der Sammlung. Investitionen in Münzen als Geldanlage lohnen sich also nur, wenn man auch langfristig nicht auf das investierte Geld angewiesen ist, denn der Goldpreis ist sehr volatil und unterliegt starken Schwankungen.

Anlagemünzen: Die Sache mit dem Gewicht

Der große Vorteil einer Investition in Goldmünzen: Gold beweist sich seit Jahrhunderten als Notfallwährung, wenn alle anderen Währungen verfallen. Investitionen in Gold sollten deshalb immer physisch erfolgen, also etwa in Münzen, und nicht in Gold-Wertpapiere, denn die sind in Krisenzeiten ebenfalls wertlos.

Anfänger, die in Anlagemünzen investieren wollen, sollten keine kleinen Stückelungen kaufen, da dabei die Zusatzkosten des Kaufs höher sind. Je schwerer eine Münze ist, desto geringer ist auch die Differenz zwischen Münzpreis und Edelmetallpreis. Edelmetallmünzen dürfen in Deutschland bis zu einem Wert von 1.999,99 Euro anonym ge- und verkauft werden - ansonsten müssen die Personalien der an der Transaktion beteiligten Käufer und Verkäufer aufgenommen werden.

Wann Goldmünzen in der EU steuerfrei sind

Auch beim Thema Steuern gelten bei Münzen einige Sonderregelungen. Goldmünzen kommt ein Sonderstatus zu. Gewinne aus ihrem Verkauf bleiben steuerfrei, wenn sie mindestens ein Jahr im Besitz des Verkäufers waren. Ansonsten müssen sie ab 600 Euro mit dem individuellen Steuersatz des Verkäufers versteuert werden.

Zudem sind Goldmünzen mit einem Goldgehalt von mindestens 900/1.000 Promille innerhalb der Europäischen Union mehrwertsteuerfrei, wenn sie nach 1800 geprägt wurden, schon offizielles Zahlungsmittel im Herkunftsland waren und deren Preis nicht mehr als 80 Prozent über dem Marktwert des Goldes liegt.

Wie Sie Münzen richtig aufbewahren

Münzen müssen ihrem Material entsprechend sachgerecht und ihrem Wert folgend sicher untergebracht werden. Die Aufbewahrung erfolgt am besten trocken, bei geringer Luftfeuchte und staubfrei. Dazu eignen sich Alben, Boxen oder auch Koffer, in denen die Münzen einzeln gelagert werden.

Wegen ihres Wertes sind Münzsammlungen auch bei Dieben beliebt. Die Hausratversicherung sollte deshalb über die Sammlung informiert sein, und gegebenenfalls müssen die Münzen gesondert versichert werden.

Um die Versicherungsklauseln zum Diebstahlschutz zu erfüllen, empfiehlt sich die Lagerung zu Hause in einem Tresor mit einer hohen Sicherheitsklasse oder noch besser in einem Bankschließfach.

Kleinere Fächer gibt es ab etwa 20 Euro pro Jahr, größere, bei denen der Inhalt auch gleich versichert ist, kosten mitunter 500 Euro und mehr. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil von Goldmünzen: Wegen der geringen Größe lässt sich das Edelmetall im Wert von mehreren Tausend Euro in einem kleinen Schließfach deponieren.

Lesen Sie hier: Immobilien-Suche als Mieter oder Käufer - Das sind die Fallstricke