Außenhandel

Exportplus zu Jahresbeginn: Deutsche Ausfuhren legen zu

Das Umfeld bleibt schwierig, aber der Jahresauftakt war zumindest positiv: Die deutschen Ausfuhren legen zu. Stimmung und Auftragslage sind allerdings nicht in allen Branchen bestens.


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Containerterminals im Hamburger Hafen.

Deutschlands Exporteure sind mit einem Plus ins neue Jahr gestartet. Im Januar 2023 wurden Waren "Made in Germany" im Gesamtwert von 130,6 Milliarden Euro ins Ausland geliefert, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Das waren nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Freitag kalender- und saisonbereinigt 2,1 Prozent mehr als im Dezember vergangenen Jahres und 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für Auftrieb sorgte steigende Nachfrage aus dem wichtigsten Einzelmarkt USA. Dorthin verkauften deutsche Hersteller Waren im Wert von 12,7 Milliarden Euro und damit 3,1 Prozent mehr als im Dezember. Zugute kam der deutschen Exportwirtschaft auch die Erholung der chinesischen Wirtschaft nach dem Ende der dortigen strikten Corona-Maßnahmen. Die Exporte in die Volksrepublik China legten von Dezember auf Januar um 1,4 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu.

"Zum Jahresauftakt beobachten wir, dass China weiter an Bedeutung verliert und die Exporte in die USA stetig steigen. Erfreulich ist, dass sich die deutsch-britischen Handelsbeziehungen wieder verfestigen", resümierte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura.

Das globale Umfeld für die Exportnation Deutschland bleibt herausfordernd: Der Krieg in der Ukraine dauert an, die hohe Inflation hält sich hartnäckig. Viele Kunden seien nach wie vor "angesichts der erheblichen Unsicherheiten mit Neuinvestitionen zurückhaltend", fasste der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Ralph Wiechers, zusammen.

Die Folge: Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer mussten zu Jahresbeginn ein zweistelliges Minus beim Auftragseingang verbuchen. Bereinigt um Preissteigerungen (real) blieben die Neubestellungen im Januar 2023 um 18 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der kräftige Rückgang erklärt sich nach VDMA-Angaben zum Teil allerdings auch damit, dass der Januar 2022 besonders gut gelaufen war.

Insgesamt hat sich die Stimmung unter Deutschlands Exporteuren zuletzt in Summe leicht verschlechtert, wie das Ifo-Institut anhand seiner monatlichen Umfrage unter gut 2300 Industrieunternehmen feststellte. In der Chemischen Industrie zum Beispiel sei "wieder Ernüchterung eingekehrt", schrieb das Ifo-Institut zu seiner Februar-Umfrage: "Nach einem hoffnungsvollen Start ins neue Jahr gehen die Unternehmen nun von einem konstanten Exportgeschäft aus." Gleiches gelte für Hersteller von Nahrungsmitteln und Getränken. Von steigenden Exporten geht demnach die Autobranche aus.

Die Importe nach Deutschland lagen im Januar nach Angaben des Bundesamtes mit 113,9 Milliarden Euro um 3,4 Prozent unter dem Dezember-Wert, aber um 5,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Außenhandelsbilanz schloss im Januar 2023 mit einem Überschuss von 16,7 Milliarden Euro ab.