Motorsport

Haug: Keine Chance für Formel-1-Rennen in Deutschland


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Norbert Haug war von 1990 bis Ende 2012 Motorsportchef von Mercedes.

Von dpa

Norbert Haug hält ein Formel-1-Rennen in Deutschland in absehbarer Zeit für ausgeschlossen. Eine entsprechende Frage im Interview der "Pforzheimer Zeitung" verneinte der 71-Jährige. "Wenn die Politik so konstruktiv und zielgerichtet zusammenarbeiten würde wie ein erfolgreiches Renn-Team, wäre mir nicht bange, dass es in Deutschland und Baden-Württemberg ganz anders als aktuell voranginge", meinte Haug, von 1990 bis Ende 2012 Motorsportchef von Mercedes.

"Es sind ganz wenige, die das Auto verteufeln, aber die sorgen dafür, dass es potenzielle Sponsoren nicht für opportun halten, die Formel 1 zu unterstützen und daraus dann Profit zu ziehen", sagte Haug. Zwischen 2007 und 2014 fanden abwechselnd Formel-1-Rennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring statt. Insgesamt gastierte die Rennserie 79 Mal in Deutschland.

Zuletzt richtete der Nürburgring in der Corona-Saison 2020 den Eifel-Grand-Prix aus. Beide Kurse können sich aber die hohen Antrittsgebühren im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich nicht leisten. In anderen Ländern bezuschusst der Staat die Veranstaltungen.

"Würde das Land Baden-Württemberg 20 Millionen Euro für einen Grand Prix in Hockenheim investieren, würde das in etwa in einem Umsatz von 50 Millionen resultieren, wobei Steuern von zehn bis zwölf Millionen an den Staat zurückfließen würden. Ins Stuttgarter Fußball-Stadion beispielsweise werden durchaus richtigerweise ganz viele Millionen investiert", äußerte Haug eine eigene Rechnung.


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