3. Liga startet ins neue Jahr

TSV 1860 gastiert bei Lotte: Fünf Gründe für einen Löwen-Sieg


Der bislang höchste Saisonsieg des TSV 1860: Die Löwen um Simon Lorenz (l.) beim 5:1 gegen Lotte.

Der bislang höchste Saisonsieg des TSV 1860: Die Löwen um Simon Lorenz (l.) beim 5:1 gegen Lotte.

Von Bernhard Lackner

Der TSV 1860 startet auswärts gegen die Sportfreunde Lotte ins Jahr 2019. Gibt's wie im Hinspiel wieder ein 5:1-Schützenfest? Die AZ erklärt fünf Dinge, die dafür sprechen - und einen Grund dagegen.

München - Erste Ausfahrt Lotte: Autobahnkreuz der A1 und A30 Lotte/Osnabrück. Hier begeht der TSV 1860 seinen Auftakt in die Rest-Rückrunde. Schon am Donnerstag hob Sechzigs Flieger ab, am Freitag soll es gegen die Sportfreunde Lotte abgehen. Wie im Hinspiel: Die Löwen drehten dabei mächtig auf und schossen mit 5:1 den bisher höchsten Saisonsieg heraus. Und jetzt?

Trainer Daniel Bierofka, Sportchef Günther Gorenzel und Co. wollen am Freitagabend (19 Uhr, live bei Telekomsport und im AZ-Liveticker) auch in der Fremde einen Dreier bejubeln. "Ein guter Start ist immer wichtig. Es ist eine Standortbestimmung", erklärte Gorenzel schon am Mittwoch. "Das ist lange her", urteilte er über den Kantersieg, in dem Wissen, dass es wohl kein klares 5:1 geben werde. Und trotzdem spricht einiges für die Giesinger: Mit welchen Voraussetzungen die Bierofka-Elf ins Spiel geht - die AZ zeigt fünf Gründe für einen Löwen-Sieg - und einen dagegen.

Die Qualität des TSV 1860

26 Punkte als Liga-Neuling und Rang neun: eine solide Halbserie. Der TSV hat dabei drei Zähler mehr ergattert als Lotte, ein deutlich besseres Torverhältnis (30:23) als der Gegner (20:25). "Wir waren ja schon in der Hinrunde absolut konkurrenzfähig, niemand hat uns an die Wand gespielt", erklärte Nico Karger kürzlich im AZ-Interview. Größere Qualität als bei Lotte, zu Beginn der Saison länger Schlusslicht, scheint ebenso vorhanden wie Steigerungspotenzial bei vielen Spielern.

Daniel Bierofka hat die Defensive stabilisiert

23 Gegentreffer, sechstbester Ligawert. "Die Defensive sieht schon sehr gut aus", lobte Bierofka im Trainingslager. Angefangen bei den beiden Torhütern Marco Hiller und Hendrik Bonmann, wo sich der Trainer bis zuletzt zwischen Hiller und dem eigentlich leicht favorisierten, aber nicht restlos fitten Bonmann entscheiden muss, hat Sechzig durchaus ein stabiles Bollwerk rund um Leih-Löwe Simon Lorenz.

Verbessertes Mannschaftsklima beim TSV 1860

Gorenzel hatte von "sportlichen und wirtschaftlichen Kriterien" gesprochen, weshalb man Adriano Grimaldi letztlich zum KFC Uerdingen ziehen ließ - darunter auch dessen "Integration in die Mannschaft".

Auch die Kritik von Sechzigs bestem Torjäger an Bierofka und sein Wirken seit dem Angebot der Krefelder im Oktober haben zu der rapiden Verschlechterung des Verhältnisses beigetragen. Sein Wechsel könnte auch heilsam sein für die restlichen Truppe - eine von Bierofka sorgsam gewählte Mischung aus Neulöwen und Aufstiegshelden.

Der Wintereinbruch der Sportfreunde Lotte

Neun Abgänge, sechs Neue: Die Sportfreunde sind aktuell auf dem Transfermarkt aktiver als so manches Team im Sommer. Hart trifft Sechzigs Gegner zudem der Ausfall von Leistungsträger Lars Dietz. Mit Ex-Bundesligastürmer Justin Eilers hat der Klub am Donnerstag auch einen bekannten Namen geholt - der zuletzt vereinslose Angreifer wird gegen 1860 aber noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Tendenziell also ein Vorteil, dass Lotte-Coach Matthias Mauksch erst eine Elf formen muss.

Starke Fan-Unterstützung für die Löwen

Auf den Rängen wird es für die Auswärtsfahrer-Anhänger Nummer eins vierstellig. Auf AZ-Nachfrage teilte Lotte mit, dass es rund 1600 Heim-Fans werden dürften. Klingt ganz nach weiß-blauer Stimmhoheit trotz langer Auswärtsfahrt.

Nachteil: Zahme und verletzte Offensiv-Löwen

Sechzigs Nachteil: Trotz allen Grimaldi-Ärgers fehlt dem TSV nun ein hochkarätiger Stürmer. Schon im Trainingslager gabs in den beiden Tests gegen Darmstadt (0:1) und Bielefeld (1:2) null Tore aus dem Spiel heraus. Nun fällt neben Benjamin Kindsvater und Nicholas Helmbrecht auch noch Marius Willsch (Adduktorenprobleme) aus. Hinter Stefan Lex steht ein Fragezeichen - ebenso wie hinter der Frage, ob die Löwen auch in Lotte aufdrehen.