"Zumindest für ein paar Prozent Kind sein"

FC Bayern: Cyber-Training statt Säbener Straße - Thomas Müller vermisst den Fußballplatz


Spaßmacher beim FC Bayern: Thomas Müller (m.).

Spaßmacher beim FC Bayern: Thomas Müller (m.).

Von Michael Schleicher / Online

Thomas Müller scheint vom heimischen Cyber-Training langsam genug zu haben - der 30-Jährige vermisst den Fußballplatz an der Säbener Straße. Dort prüfen die Verantwortlichen momentan, ob ab kommender Woche Kleingruppentraining möglich ist.

München - Dass Thomas Müller zu den Publikumslieblingen beim FC Bayern gehört, hat vor allem zwei Gründe: Die Leistungen auf dem Platz und die Tatsache, dass der 30-Jährige als einer der größten Spaßvögel beim Rekordmeister die Laune in guten wie in schlechten Zeiten hochhält.

Derzeit hat es Müller etwas schwer, mit seinen Teamkollegen herumzualbern - aus bekannten Gründen. Die Bayern-Profis trainieren wegen der Coronavirus-Pandemie von Zuhause aus. Im sogenannten Cyber-Training sind die Spieler, Trainer Hansi Flick und Fitnesstrainer Holger Broich via Videochat miteinander verbunden. Broich macht die Übungen vor, die Spieler müssen sie nachmachen. Dafür bekamen die Stars auch spezielles Equipment, unter anderem wurde jedem Spieler ein eigenes Ergometer nach Hause geliefert.

Was Thomas Müller im heimischen Cyber-Training fehlt

Mittlerweile sind einige Tage im Cyber-Training vergangen - und Müller scheint auch langsam genug davon zu haben, wie er im neuen FC-Bayern-Podcast sagt. "Die ersten zwei Tage war man euphorisch, dass es endlich wieder Training gibt. Jetzt gestern muss ich sagen, da denkt man sich schon: 'Puh, heute schon wieder Quälerei ohne Ball.'"

Statt in den eigenen vier Wänden zu schwitzen, wäre Teamtraining an der Säbener Straße mal wieder was. "Für uns Fußballer gehört dieses täglich miteinander agieren und auf dem Fußballplatz stehen dazu. Zumindest für ein paar Prozent auch Kind sein und Ball spielen - das fehlt einem natürlich dann schon", sagte Müller.

Thomas Müller

Noch gelten wegen des Coronavirus' massive Ausgangsbeschränkungen in Bayern, zudem liegt die Sportwelt quasi auf Eis. Unter anderem ist der Betrieb in der Bundesliga bis auf Weiteres ausgesetzt. Wann wieder gespielt werden kann - ob vor Zuschauern oder ohne - ist derzeit noch völlig unklar. Müller ist sich bewusst, dass die derzeitige Situation noch länger andauern kann. "Wir wissen nicht genau, wann unsere Saison wieder weitergehen kann. Und klar, ich denke schon, dass das noch ein bisschen dauern kann. Es ist ein langer Weg."

FC Bayern prüft Kleingruppentraining

Dass das Cyber-Training auf Dauer kein zufriedenstellendes Ergebnis ist, wissen natürlich auch die Verantwortlichen beim FC Bayern. Dem "kicker" zufolge wird in den kommenden Tagen deshalb mit den zuständigen Behörden geprüft, ob die Mannschaft bereits in der nächsten Woche in Kleingruppen trainieren kann. Die verschiedenen Grüppchen sollen sich auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße dann auf drei Plätze verteilen.

Sollten die Münchner die Sondergenehmigung erhalten, könnte Spaßvogel Müller also auch wieder in Gesellschaft herumalbern. Bis es soweit ist, heißt es jedoch weiterhin: Zuhause schuften und auf eine Entspannung der Situation hoffen.

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