Bach bei Achslach

Bedeutsame Kolonie von Steinkrebsen im Kreis Regen entdeckt


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Ein Mann hält einen Steinkrebs in die Kamera.

Von dpa

Forscher haben in einem namenlosen kleinen Bach bei Achslach im niederbayerischen Landkreis Regen eine außergewöhnliche große Ansiedlung von Steinkrebsen entdeckt. Die Population sei bundesweit bedeutsam und schützenswert, teilte das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) am Mittwoch mit.

Der Verbreitungsschwerpunkt des Steinkrebses in Deutschland liegt nach Angaben eines LfU-Sprechers in Baden-Württemberg und Bayern, im südlichen Rhein- und westlichen Donaueinzugsgebiet. Die nun gefundene Population weise eine der höchsten bekannten Dichte von Tieren im gesamten Freistaat auf.

Die Tiere besiedelten in Bayern Bachoberläufe und Gräben mit guter Wasserqualität. Verbreitungsschwerpunkte seien im Alpenvorland und in den Mittelgebirgen. Durch invasive Flusskrebsarten wie den Signalkrebs und durch die Krebspest - eine für heimische Arten immer tödlich verlaufende Infektionskrankheit - seien viele Bestände stark gefährdet oder bereits ausgelöscht, erläuterte der Sprecher weiter.

710 Steinkrebse pro 100 Meter

Nach Angaben des Landratsamtes Regen hatten Forscher des Büros für Gewässerökologie Blattfisch an 157 Stellen in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau Flusskrebse kartiert. An elf Stellen seien Steinkrebse entdeckt worden, an fünf Stellen nicht heimische Signalkrebse und an vier Punkten Edelkrebse, teilten die Experten mit.

Ausgerechnet in einem Bach ohne Namen im Gemeindebereich Achslach seien 710 Steinkrebse pro 100 Meter gezählt worden - laut Experteneinschätzung zumindest in Deutschland eine ungewöhnlich große Population. Auch die großen Edelkrebs-Bestände in den Nebenbächen des Ginghartinger Baches im Landkreis Freyung-Grafenau seien eine kleine Sensation, hieß es. Sie seien durch einwandernde Signalkrebse akut gefährdet.

"Das insgesamt größte Problem für die heimischen Flusskrebse ist die Ausbreitung des Signalkrebses. Dieser ist Überträger der Krebspest, welche bei Stein- und Edelkrebs meistens zum Aussterben ganzer Populationen führt", sagte Martin Graf von der unteren Naturschutzbehörde Regen. "Der aus Nordamerika stammende Signalkrebs ist selbst immun gegen die Krebspest, kann sie aber übertragen. Zudem ist er wehrhaft und aggressiv, auch die Fortpflanzungsrate ist höher als etwa beim Edelkrebs."


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