IG Metall
Streik bei Mahle in Neustadt an der Donau: Gewerkschaftsmitglieder stimmen Einigung zu

Sven Hoppe/dpa
Beschäftigte des Autozulieferers Mahle versammelten sich vergangene Woche zum Streik vor dem Werk.


Die Mitglieder der IG Metall bei Mahle in Neustadt an der Donau haben der Gewerkschaft zufolge am Montag in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit dem Verhandlungsergebnis über einen Sozialtarifvertrag zugestimmt und zugleich die Beendigung ihres Streiks beschlossen. Damit tritt der am vergangenen Freitag mit Mahle vereinbarte Tarifvertrag nun in Kraft.
Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, das Klimaanlagen für Autos herstellt, hatte kürzlich angekündigt, den Standort in Neustadt an der Donau (Kreis Kelheim) im ersten Halbjahr 2027 schließen zu wollen. Die Beschäftigten waren daraufhin am Dienstag in einen unbefristeten Streik getreten, für den sich 98,4 Prozent der IG-Metall-Mitglieder unter den rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einer Urabstimmung ausgesprochen hatten.
Höhe der Abfindung von verschiedenen Faktoren abhängig
Die konkrete Höhe der Abfindungen ist der Gewerkschaft zufolge abhängig vom Alter der Beschäftigten und der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit. Zusätzliche Abfindungen gibt es demnach etwa für Beschäftigte mit Kindern oder mit Schwerbehinderung. Außerdem sei ein Härtefall-Fonds sowie eine Transfergesellschaft vereinbart worden. Auch ein Übergang in die Rente sei ab dem 60. Lebensjahr möglich. Hinzu kommt laut IG Metall ein Mitgliederbonus von insgesamt 3,25 Millionen Euro für die Gewerkschaftsmitglieder.
Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, erklärt: „Die Schließung dieses wirtschaftlich erfolgreichen Standorts ist und bleibt falsch. Aber wir haben sie für Mahle teuer gemacht. Wer Arbeitsplätze vernichtet, darf damit nicht billig davonkommen. Mit diesem hart erkämpften Verhandlungsergebnis konnten wir für die Beschäftigten eine spürbare finanzielle Absicherung durchsetzen. Ohne den Streik und den großen Einsatz der Beschäftigten wäre das nicht möglich gewesen.“
Unternehmen: Wirtschaftlicher Weiterbetrieb unmöglich
Das Unternehmen Mahle begründet die angekündigte Werksschließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, der schlechten Autokonjunktur und gestiegenem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa. „Das macht einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich“, hieß es vergangene Woche in einer Mitteilung.
Die IG Metall hingegen wirft dem Unternehmen vor, einen profitablen Standort schließen und in die Slowakei verlagern zu wollen. Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott kritisierte die Firma erneut: „Dass Mahle die Schließung eines funktionierenden Standorts gegen alle Argumente durchdrückt, ist verantwortungslos. Solche Entscheidungen zerstören Vertrauen und gefährden den Industriestandort Deutschland. Wir nehmen solche Entscheidungen nicht kampflos hin.“














