Ehrgeizige Pläne

Kann eine Seilbahn den ÖPNV in Kelheim beleben?


Seilbahnen verbinden in Bayern bisher meist Berg und Tal - wie hier beim Gipfel des Nebelhorn im Allgäu. Im Landkreis Kelheim gibt es nun Pläne, eine Seilbahnverbindung zwischen Kelheim und Saal an der Donau zu errichten, um den ÖPNV in der Region aufzuwerten. (Symbolbild)

Seilbahnen verbinden in Bayern bisher meist Berg und Tal - wie hier beim Gipfel des Nebelhorn im Allgäu. Im Landkreis Kelheim gibt es nun Pläne, eine Seilbahnverbindung zwischen Kelheim und Saal an der Donau zu errichten, um den ÖPNV in der Region aufzuwerten. (Symbolbild)

Von Redaktion idowa

Kelheim ist eine von nur zwei Kreisstädten in Bayern, die keine eigene Bahnanbindung besitzt. Wie lässt sich der ÖPNV in der Region trotzdem aufwerten? Seit Dienstagabend liegt eine ungewöhnliche Idee auf dem Tisch.

Landrat Martin Neumeyer und der Kelheimer Bürgermeister Christian Schweiger haben dem Mobilitätsausschuss des Kreistags Pläne für eine Seilbahnverbindung zwischen Kelheim und Saal an der Donau präsentiert. Das teilte das Landratsamt Kelheim am Dienstagabend mit. Weil eine Reaktivierung der Bahnstrecke Saal-Kelheim aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist, haben sich die Verantwortlichen nun für ein innovatives Konzept entschieden.

"Es ist uns ein sehr großes Anliegen, das Mobilitätsangebot im Landkreis Kelheim über den klassischen ÖPNV hinaus zeitgemäß weiterzuentwickeln und modern und umweltfreundlich zu gestalten", so Landrat Neumeyer. Für Christian Schweiger wäre eine Seilbahn "die wohl zukunftsweisendste und umweltschonendste Form der Personenbeförderung". Konkret sehen die Pläne eine Seilbahnverbindung zwischen dem Wöhrdplatz in Kelheim und dem etwa fünf Kilometer entfernten Bahnhof in Saal an der Donau vor. Die Strecke sei bereits einer Prüfung unterzogen worden, eine Seilbahn-Trasse abseits der Wohnbebauungen wäre aus Sicht der Verantwortlichen machbar. Die Fahrgeschwindigkeit der Seilbahn solle bei 7 Metern pro Sekunde liegen - das entspräche etwa 25 km/h. Sollten die Pläne realisiert werden, würde die Fahrt von Saal nach Kelheim etwa zwölf Minuten dauern.

Laut Neumeyer wurden bereits erste Gespräche mit dem Bundesministerium für Verkehr und Digitales (BMDV) sowie dem Bayerischen Verkehrsministerium geführt, die durchaus positiv verlaufen sein. "Das BMDV fördert eine Auswahl an 'Überfliegerstädten' und plant, den Landkreis Kelheim als Teil der Studie zur Realisierung von Seilbahnen als Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs zu implementieren", heißt es dazu in der Mitteilung des Landratsamtes. Die Kosten für die Maßnahme werden aktuell auf etwa 27,6 Millionen Euro geschätzt. Davon könnten nach Überzeugung der Verantwortlichen bis zu 90 Prozent der Kosten staatlich gefördert werden. Neumeyer spricht deswegen von einer "einmaligen Gelegenheit" für die Region.

Um noch offene Fragen rund um das Projekt zu klären, wollen die Verantwortlichen möglichst bald eine Bürgerinformationsveranstaltung in Kelheim und Saal an der Donau durchführen. Einen konkreten Termin gibt es dafür jedoch noch nicht.