Nach der Kündigung von Matthias Roos

Geschäftsführer-Posse beim EVL: Ein Streit, zwei Versionen


Matthias Roos wird nicht Geschäftsführer beim EV Landshut.

Matthias Roos wird nicht Geschäftsführer beim EV Landshut.

Ende vergangener Woche kam die überraschende Meldung vom EV Landshut: Matthias Roos wird zur neuen Saison doch nicht Geschäftsführer der LES GmbH. Dieser Nachricht ging ein Streit über die Art und Weise der Entscheidungsfindung im Verein voraus. Was genau passierte, darüber gibt es jedoch zwei verschiedene Versionen.

Matthias Roos hätte der neue starke Mann beim EV Landshut werden sollen. Doch warum hat er seinen Vertrag noch vor Dienstantritt gekündigt? Vieles dreht sich dabei um die Person von Cheftrainer Bernie Englbrecht - irgendwie aber auch doch nicht. "Mir ging es nie darum, ob mit Bernie Englbrecht verlängert wird oder nicht", betont Matthias Roos, "gestört hat mich nur die Art, wie die Verlängerung zustande gekommen ist."

Laut Roos gab es vor circa vier Wochen ein Gespräch zwischen ihm, Bernie Englbrecht und Co-Trainer Ewald Steiger. In diesem habe er mit Englbrecht vereinbart, dass man sich nach der Saison zusammensetzen werde. "Ich habe ihm versprochen, dass wir dann unsere Vorstellungen abgleichen und ich bis dahin auch mit keinem anderen Trainer sprechen werde", sagt der Fast-Geschäftsführer. Er habe nur keine vorschnelle Entscheidung treffen wollen. "Denn dafür kenne ich ihn noch nicht gut genug", begründet er.

Altinger: "In Niederbayern zählen mündliche Vereinbarungen"

Wegen der Personalie Englbrecht kam es dann am 11. März rund um das erste Playoff-Heimspiel der Landshuter gegen Selb zu einem Disput zwischen Roos und dem kommissarischen Geschäftsführer Robert Altinger. Denn Altinger stand bei Englbrecht im Wort und hatte ihm auch schon kurz nach dem Abschied von Ex-Trainer Toni Krinner die mündliche Zusage gegeben, den EVL auch in der kommenden Saison zu trainieren. "Und in Niederbayern zählen mündliche Vereinbarungen noch, wir stehen zu unserem Wort", stellt Altinger klar.

Weiter betont Roos, er habe erst aus den Medien erfahren, dass der Vertrag mit Englbrecht verlängert wurde. "Eine glatte Lüge", echauffiert sich Altinger, "wir, also Jörg Wollny (treuhänderischer Gesellschafter, Anm.d.Red.), Helmut Barnerssoi (Vorsitzender des Stammvereins, Anm.d.Red.) und ich, haben es ihm in der Drittelpause des ersten Spiels gegen Selb mitgeteilt." Die Bekanntgabe der Verlängerung des Trainer-Vertrages war für Roos der Zeitpunkt, an dem er sich zur Kündigung entschieden hat.

Auf Distanz gegangen

Nur wenige Stunden danach vermeldete der Verein, dass der neue Geschäftsführer bereits feststehe. "Die Frage ist, ob man in Landshut wirklich noch überrascht war über meine Kündigung", sagt Roos und vermutet, dass man seine Kündigung sogar wollte: "Sie wussten, wie meine Reaktion auf die vorzeitige Verlängerung mit Bernie Englbrecht ausfallen würde." Altinger dagegen erklärt, dass man ja schon gemerkt habe, dass etwas im Verhältnis nicht stimme, da Roos "langsam auf Distanz" gegangen sei. Deshalb habe man sich vorbereitet.

Unterschiedliche Auffassungen gab es offenbar auch darüber, wie Entscheidungen gefällt werden sollten. "In meinem Vertrag steht, dass ich Geschäftsführer und Sportdirektor bin und es war abgestimmt, dass Entscheidungen meiner Zustimmung bedürfen", sagt Roos. Altinger wiederum betont gegenüber idowa: "Er hat von sich aus Vertragsgespräche mit Spielern geführt, ohne mir oder Jörg Wollny Bescheid zu geben."

"Es geht nicht um Personen, sondern ums Landshuter Eishockey"

Die beiden Fronten scheinen verhärtet. Klar ist nur, dass es zwei Versionen gibt. "Ich wünsche den Verantwortlichen in Landshut trotzdem alles Gute. Denn es geht nicht um einzelne Personen, sondern um das Landshuter Eishockey", sagt Roos, "und Landshut ist für das deutsche Eishockey ein extrem wichtiger Standort."

Auf die Frage, ob er unglücklich über die Kündigung von Roos sei, weicht Altinger aus: "Dazu kann ich noch nichts sagen, das wird die Zukunft zeigen." Er ist sich aber sicher: "Stefan Endraß ist der richtige Mann für uns."