Präsident auf Stippvisite

Macron startet fünftägige Afrika-Reise

Der Besuch des französischen Präsidenten in Afrika dient nicht bloß der Kontaktpflege und neuen Handelsverträgen. Macron möchte die Beziehung zu dem Kontinent auf eine ausgewogenere Basis stellen.


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Vor dem Besuch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron herrschen in Afrika vielerorts antifranzösische Ressentiments.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich stößt in manchen Staaten Afrikas zurzeit auf viel Gegenwind, in anderen Ländern des Kontinents bemüht sich Präsident Emmanuel Macron jetzt um eine neue Form der Zusammenarbeit. Er begann eine mehrtägige Reise auf dem Kontinent. Am Abend traf Macron in Libreville, der Hauptstadt Gabuns ein, erklärte der Élyséepalast.

Dort war ein Empfang und ein Arbeitsessen mit dem Präsidenten von Gabun, Ali Bongo, geplant. Am Donnerstag wollte Macron in Gabun an einer Unesco-Konferenz zum Schutz der Wälder teilnehmen, dem sogenannten One Forest Summit. Außerdem eröffnet der Präsident eine neue französische Botschaft in Libreville.

Weitere Stationen der Reise sind Angola, die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo. Dabei geht es um die Zusammenarbeit bei der Forschung, um Wirtschaftsbeziehungen sowie um den Schutz der Lebensgrundlagen angesichts des Klimawandels. Ziel ist auch das Beleben traditioneller Bande zwischen Frankreich und den Ländern Afrikas. Es handelt sich um Macrons 18. Reise nach Afrika.

Macron tritt seine Reise in einer für Frankreich schwierigen Phase in einigen afrikanischen Ländern an. Es äußern sich antifranzösische Ressentiments, etwa in den Ländern der Sahelzone, wo Frankreich mit Truppen im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen noch präsent ist oder war. Vor knapp einem Monat forderte Burkina Faso die frühere Kolonialmacht zum Abzug auf. Im vergangenen Jahr beendete Frankreich bereits den Militäreinsatz in Mali, weil die Junta enge Kontakte zu Russland pflegt und Kämpfer der russischen Söldnergruppe Wagner angeheuert haben soll. Am Montag hatte Macron angekündigt, weitere Soldaten aus Afrika abziehen zu wollen.

Vor dem Start seiner Reise betonte Macron am Montag, dass es ihm um eine neue Herangehensweise in der Zusammenarbeit mit Afrika gehe. Es handele sich nicht um einen Kontinent, dem die Europäer und Frankreich den Rahmen seiner Entwicklung diktieren könnten, vielmehr seien Respekt und ausgewogene Beziehungen nötig. Er strebe einen Übergang von einer Logik der Hilfe zu einer Logik der solidarischen und partnerschaftlichen Investition an. Frankreich wolle die Entwicklung der Demokratie in Afrika unterstützen, nicht aber seine Werte aufzwingen. Gemeinsam mit Europa wolle man sich als Partner beim Thema Verteidigung und Sicherheit positionieren.

In Angola steht am Freitag eine Kooperation im landwirtschaftlichen Bereich im Fokus. Diese soll die Versorgungssicherheit des Landes erhöhen und Landwirten helfen, sich für den Klimawandel zu rüsten.

Am Samstag trifft Macron in der Republik Kongo ein. In der einstigen Kolonie geht es um die Begegnung mit der französischen Bevölkerung sowie die Kooperation mit dem Land. Beim Besuch in der Demokratischen Republik Kongo stehen die Kooperation im Bereich von Forschung und Wirtschaft sowie der kulturelle Austausch im Mittelpunkt.