Rückzug von Walter-Borjans

Klingbeil und Esken wollen SPD als Parteichefs führen


SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bei einem Parteitag 2019 im Gespräch mit Saskia Esken.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bei einem Parteitag 2019 im Gespräch mit Saskia Esken.

Von mit Material der dpa

Mitten in den Koalitionsverhandlungen hat die SPD eine Führungsfrage zu klären. Es deutet sich ein recht geräuschloser Umbau an - der aber Auswirkungen auf die angestrebte Ampel-Regierung haben dürfte.

Der bisherige Generalsekretär Lars Klingbeil und Parteichefin Saskia Esken wollen die SPD künftig gemeinsam führen. Das erklärten beide am Montag in einer SPD-Präsidiumssitzung. Das Präsidium folgte dem einstimmig und schlug die Personalie dem Parteivorstand vor. Damit zeichnet sich ab, dass die SPD ihre offene Führungsfrage ohne großen Umbau in der Parteiführung parallel zur Regierungsbildung klärt. Gewählt werden soll die SPD-Führung auf einem Parteitag vom 10. bis 12. Dezember.

Das voraussichtliche Führungsduo will den Politikstil der SPD der vergangenen Monate fortschreiben. "Die Geschlossenheit, der gegenseitige Respekt und die Ernsthaftigkeit, mit der wir in den vergangenen Monaten agiert haben, hat uns stark gemacht. Diesen Politikstil wollen wir auch in neuer Zusammensetzung weiter pflegen", schrieben beide am Montag in einem gemeinsamen Brief an die Parteimitglieder. Darin bitten sie um Unterstützung ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz.

Die SPD müsse sozialdemokratische Lösungen präsentieren und diese mit Haltung durchsetzen, damit das Leben in Deutschland für alle besser werde, heißt es in dem Brief. Die Erneuerung der SPD sei nach der gewonnen Bundestagswahl noch längst nicht abgeschlossen. Vielmehr wollten sie die SPD als moderne Volkspartei positionieren, die die Diversität der Gesellschaft widerspiegele und Brücken zwischen gesellschaftlichen Gruppen baue.