Böller statt Spardose

Bayerischer Handel hofft auf mehr als 20 Millionen Euro Umsatz mit Feuerwerk


Die Einzelhändler in Bayern hoffen in diesem Jahr auf einen Verkaufsrekord für Silvester-Feuerwerk.

Die Einzelhändler in Bayern hoffen in diesem Jahr auf einen Verkaufsrekord für Silvester-Feuerwerk.

Von Katharina Binder

Auch 2015 rechnet der Einzelhandel im Freistaat wieder mit Spitzenwerten beim Verkauf von Raketen und Knallern. Hoffnung machen den Läden dabei ausgerechnet die schlechten Nachrichten des Jahres.

Die Einzelhändler in Bayern hoffen in diesem Jahr auf einen Verkaufsrekord für Silvester-Feuerwerk. Der Spitzenwert von 20 Millionen Euro aus dem Vorjahr könne nochmals übertroffen werden, sagte Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern anlässlich des Verkaufsstarts für Raketen und Böller am Dienstag.

Denn grundsätzlich gelte die Regel: Je mehr Probleme das alte Jahr mit sich brachte, desto mehr wird Silvester geballert. Angesichts einer Vielzahl von Krisen und Katastrophen wie den Terroranschlägen von Paris oder dem Germanwings-Absturz wird dann das Ende des Jahres besonders ausgelassen gefeiert. "Dann will man es so richtig krachen lassen", sagte Ohlmann.

Wichtig für die Verkaufszahlen von Raketen und Böllern ist aber auch das Wetter: Regen ist schlecht für das Geschäft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Waren bleibt das Feuerwerk eine Domäne des stationären Einzelhandels: Im Internet dürfen die meisten Feuerwerkskörper nicht verkauft werden. Fast die Hälfte der Kracher in Bayern wird von Discountern wie Lidl oder Aldi verkauft, danach folgen Supermärkte. Der typische Käufer ist ein Mann zwischen 20 und 50 Jahren. "Das Böllern bleibt eine Männerdomäne", sagt Ohlmann. Im Trend liegen seit Jahren Batterien, bei denen bei mit einer Zündung eine ganze Serie von Raketen abgefeuert wird.