Weltrekord-Schnitzel von Mengkofen Rudi Dietl: "Natürlich musst du ein bisschen verrückt sein"

Der Organisator hinter dem Rekord-Schnitzel-Event: Rudi Dietl. Foto: Erich Arnold

Rudolf "Rudi" Dietl aus Feldkirchen ist fast schon ein "alter Hase" im Essens-Weltrekord-Business. Am Wochenende hat er schon wieder einen aufgestellt, diesmal mit einem 70 Quadratmeter großen Schnitzel. Im Gespräch mit idowa zieht der 57-Jährige eine Bilanz des erfolgreichen Events, geht auf Kritik von außen ein – und erklärt, wie man Spendengelder aus Altöl macht. 

Es ist über 1.200 Kilo schwer, ungefähr 70 Quadratmeter groß, besteht aus 400 Koteletts, 250 Kilo Semmelbröseln und rund 4.000 Eiern. Gebraten wurde es in 15.000 Litern Öl. Rudi Dietls Rekord-Schnitzel ist eine rundum enorme Erscheinung und das neue "Größte Schnitzel der Welt" im berühmten "Guinness Buch der Rekorde". Tausende von Zuschauern kamen am Sonntag zum Event in Mengkofen und ließen sich ein Stück vom XXL-Schnitzel schmecken. Doch neben den vielen Fans der Aktion gab es auch kritische Stimmen, vor allem von Tierschützern. idowa hat mit dem Organisator über die Aktion gesprochen.

Herr Dietl, erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Weltrekord! Wie fühlen Sie sich denn jetzt?

Rudolf Dietl: Danke! Aber ich bin vor allem froh, dass es so ein tolles Fest war, dass alles so gut geklappt hat. Wirklich, ich habe keine Spur von Kritik an der Organisation. Es waren 10.000 Leute da, trotzdem war es ein ruhiger Tag für die Sicherheitsleute, für die Rettungskräfte, es ist nichts passiert. Wir hatten strahlende Kinderaugen, die Schnitzelsemmeln wurden uns aus den Händen gerissen, und das Wetter tat natürlich sein Übriges.

Wie kam es zu der Idee für Ihren neuen Rekord? Warum gerade ein Schnitzel?

Dietl: Ein heutiger guter Freund von mir und ich, wir haben uns im Urlaub kennengelernt. Feldkirchen und Mengkofen sind ja nicht weit auseinander. Und an einem Abend haben wir zusammen zu Abend gegessen – und zufällig beide ein Schnitzel bestellt. Und jetzt können Sie sich vorstellen, wie's weitergegangen ist.

Ja, Sie haben sich gedacht: 'Machen wir ein Rekord-Schnitzel!'

Dietl: Das hat sich im Laufe der Zeit so ergeben. Wir haben gewusst, dass wir beide gern Schnitzel essen, und so war der Gedanke geboren.

Sie haben ja schon Erfahrung mit Rekordversuchen. Sie haben bereits eine Rekord-Pizza und einen Rekord-Burger gemacht. Was war denn die bisher anspruchvollste Aktion?

Dietl: Der Versuch mit dem Schnitzel war definitiv der anspruchsvollste. Weil es einfach sehr viel umfangreicher ist. Man muss gegen den Regen geschützt sein, wir haben ein riesiges Bierzelt aufgestellt und alles war einfach überdimensional: Der Gitterrost, der ganze Metallbau, die Holzplatte, wo das Fleisch dann aufgelegt wurde. Das war natürlich viel mehr Arbeit, und auch mit viel mehr Kosten verbunden. Also, das Schnitzel war das anspruchvollste.

"Am Ende runde 200 Leute, die da mit angepackt haben"

Beim Braten sind anscheinend Halteseile gerissen. Hat es denn sonst kritische Momente gegeben?

Dietl: Nein, in keinster Weise. Meine Jungs vom Metallbau und vom Metzger und der Herr, der die Wanne befeuert hat, also Hitze reingebracht hat – alles war bis ins kleinste Detail geplant und es hat überhaupt keine Überraschungen gegeben. Dass sich da zwei oder drei Seile gelockert und gelöst haben, war überhaupt kein Problem. Das war unerheblich, weil wir den Giterrrost an vielen anderen Stellen angehoben haben.

Also war es nicht so dramatisch ...

Dietl: In keinster Weise dramatisch, nein. Man erschrickt natürlich kurz und fragt sich: ‚Was ist jetzt da passiert?‘ Da geht man dann an eine Wanne hin, die auf 190 Grad aufgeheizt ist, um zu schauen, was da los ist. Wir schauen uns heute auch mal genauer an, woran das lag – aber es war letztlich unerheblich für das Gelingen des Projekts.

Apropos Planung: Welche Leute braucht man denn, um sowas durchzuziehen? Welche Berufe und welche sonstigen Helfer?

Dietl: Das kommt natürlich immer drauf an, was man macht. Hier jetzt braucht man einen hervorragenden Metzger, den wir mit der Metzgerei Zankl gefunden haben. Einen hervorragenden Metallbauer, Metallbau Will, und drittens Gase Plattner für die Befeuerung. Da kann man natürlich keine Leute nehmen, die mit solchen Rekorden keine Erfahrung haben, weil das Team super zusammenpassen muss. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Und wenn man so ein riesiges Fest ausrichtet, braucht man natürlich viele, viele, viele Helfer – das waren am Ende runde 200 Leute, die da mit angepackt haben.

Woher hatten sie die weiteren Produkte, also Eier und Semmelbrösel?

Dietl: Die Semmelbrösel waren von der Bäckerei Dischinger aus Wallersdorf und das Flüssigei haben wir in 150-Liter-Kanistern fertig vom Großhandel frisch im Kühlwagen angeliefert bekommen, weil das sonst einfach ein zu großer Zeitaufwand gewesen wäre mit mehreren tausend Eiern.

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