Weltcup in Frankreich Biathlet Schempp nach Rang zehn erleichtert

Simon Schempp belegte in der Verfolgung den zehnten Platz. Foto: Kerstin Joensson/AP/dpa/dpa

Simon Schempp hat sich im Biathlon-Weltcup zurückgemeldet. Nach dem besten Saison-Ergebnis hofft der Schwabe auf eine weitere Steigerung. Auch die Skijägerinnen meldeten sich zurück.

Le Grand-Bornand - Simon Schempp stand da, lächelte und war erstmals in diesem Winter mit sich und seiner Leistung im Biathlon-Weltcup zufrieden.

"Ich freue mich sehr über mein Rennen", sagte der Verfolgungs-Zehnte im ZDF. "Auch wenn es läuferisch sehr, sehr zäh war. Es hat Gott sei Dank funktioniert am Schießstand."

Wenig später war auch Schempps Freundin Franziska Preuß mit Platz sieben im Jagdrennen im französischen Le Grand-Bornand direkt hinter Weltmeisterin Denise Herrmann guter Dinge: "Ich bin voll zufrieden. Gerade am Schießstand mit nur einem Fehler. Läuferisch ging es aber am Anfang etwas zäh", sagte sie dem ARD-Hörfunk.

Die Sprint-Fünfte Herrmann dagegen musste viermal in die Strafrunde. "Zwischenzeitlich hatte ich die Befürchtung, es geht noch weiter runter", meinte die 31-Jährige. "Insgesamt war das ein zufriedenstellender Wettkampf. Platz sechs ist auch voll gut."

In den französischen Alpen sorgten am Samstag die Norweger für Furore. Tiril Eckhoff gewann nach dem Sprint auch die Verfolgung vor ihrer Landsfrau Ingrid Landmark Tandrevold. Johannes Thingnes Bö setzte sich bei den Männern durch und holte seinen vierten Erfolg.

In der Männer-Verfolgung war Schempp als einer von nur vier Skijägern am Schießstand fehlerfrei geblieben. Der Lohn für die bärenstarke Aufholjagd von Platz 32 aus: Zehnter, direkt hinter Olympiasieger Arnd Peiffer und direkt vor Philipp Horn. Bester Deutscher über die 12,5 Kilometer war Sprint-Sieger Benedikt Doll als Fünfter.

Nach seinem zähen Saisonstart war auch der amtierende Einzel-Weltmeister Peiffer gut drauf. Schließlich hatte sich der 32-Jährige mit seinem neunten Platz die Norm für die Weltmeisterschaft Mitte Februar in Antholz gesichert. "Es ist immer schön, wenn man das vor Weihnachten erledigt hat", sagte Peiffer.

Neben Peiffer haben noch Johannes Kühn, der im Jagdrennen allerdings gleich sechsmal in die Strafrunde musste und nur 23. wurde, und Doll die WM-Norm geschafft. "Das macht Lust auf den Massenstart. Ich weiß, ich kann es zur Zeit. Es läuft - mit diesem Rückhalt gehe ich ins Rennen", sagte der Schwarzwälder dem ARD-Hörfunk.

Mit fünf deutschen Skijägern wird das erste Saison-Duell der 30 Besten am Sonntag um 12.10 Uhr (ZDF und Eurosport) gestartet. Doll, Peiffer, Kühn, Horn und auch Schempp sind dabei. Um 14.15 Uhr starten Herrmann, Preuß & Co zum letzten Rennen des Jahres.

Auch Schempp sieht noch Steigerungspotenzial. "Die ersten drei Wochen waren sehr ausbaufähig. Den Start hätte ich mir deutlich besser vorgestellt. Da tut so ein Rennen kurz vor Weihnachten sehr gut. Das gibt einem Auftrieb", sagte der in Ruhpolding lebende Uhinger.

Nach rund elf Monaten Pause war der 31-Jährige beim Auftakt in Östersund in den Weltcup zurückgekehrt. Platz 32 im Sprint mit zwei Fehlern und der 45. Laufzeit waren für den Olympia-Zweiten im Massenstart eine Enttäuschung. Zuletzt in Hochfilzen schaffte Schempp erst gar nicht die Qualifikation für das Verfolgungsrennen.

In der Vorsaison war er im Januar in Oberhof aus dem Wettkampfbetrieb ausgestiegen, verzichtete auf die WM in Östersund und trainierte mehrere Monate gar nicht. Im Sommer gewann er dann alle deutschen Einzelmeistertitel und schaffte die Rückkehr ins Weltcup-Team.

Sein großes Saisonziel ist die WM in Antholz. Fünf von zwölf Weltcupsiegen feierte er in Italien, gilt als Spezialist für die Strecken in der Höhe von Südtirol. Kurz vor Weihnachten könnte Schempp in Frankreich ein wichtiger Schritt zurück in die Weltspitze gelungen sein. Auf so eine Steigerung wartet auch Erik Lesser. Der Ex-Weltmeister hatte sich für das Jagdrennen der besten 60 in Frankreich nicht qualifiziert und reiste bereits nach Hause.

 

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