Walter Keilbart im Interview Ein Leben für Wirtschaft und Kultur

Medienrat Walter Keilbart im Interview. Foto: Bayerische Landeszentrale für Neue Medien

Er ist seit vielen Jahren für die heimische Wirtschaft und Kultur aktiv. Ob als Medienrat, in leitender Funktion bei der IHK oder in seiner Arbeit zugunsten der Passauer Universität, Walter Keilbart liebt Niederbayern. Und das, obwohl er in Berlin geboren ist. 2006 wurde ihm sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Im Interview erzählt er von seinem vielfältigen Engagement.

Sie haben in leitender Funktion in der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Region Niederbayern durch Jahrzehnte des Wandels begleitet. Haben sich in diesem Zeitraum die Herausforderungen für Sie persönlich gewandelt?

Walter Keilbart: Der hiesige Wirtschaftsraum hat in den vergangenen Jahrzehnten eine ausgesprochen positive Entwicklung genommen und ist heute im internationalen Rahmen erfolgreich eingebettet. Demzufolge ergaben sich auch persönlich veränderte Anforderungen und Ansprüche, denn unsere Arbeit war und ist stets ein Reflex auf die Erfordernisse des Marktes. Waren das anfangs viele regional und fördertechnisch ausgerichtete Fragestellungen, so ist das Geschäftsleben heute von einem raschen Wandel, verstärkter Wettbewerbslage und Anforderungen des digitalen Wandels geprägt. Das bedeutet für jeden Akteur dauerhafte Anpassung und natürlich auch persönliche Weiterbildung, um der Schnelligkeit gewachsen zu bleiben.

Welche Bedeutung hat Niederbayern heute als Wirtschaftsstandort?

Keilbart: Niederbayern hat sich zu einer Spitzenregion im hochspezialisierten Produktionsbereich entwickelt und ist ein Standort mit guten Werten aus Unternehmersicht, wie verschiedene Umfragen bestätigen. Dazu tragen häufig Familienbetriebe mit kurzen Entscheidungswegen und einem langjährigen Stamm hochqualifizierte Mitarbeiter bei. Eine überproportionale Exportquote belegt die hervorragende Akzeptanz unserer Produkte auf den Weltmärkten.

Wie wichtig ist eine Institution wie die IHK mit ihren persönlichen Ansprechpartnern und ihrer Expertise in der heutigen, schnelllebigen Zeit?

Keilbart: Immer wieder sind die Betriebe mit neuen Fragestellungen konfrontiert, bei denen sie neutrale, fachkundige und in der Regel auch kostenfreie Informationen und Anleitungen benötigen; entscheidend ist dabei die praxisbezogene Beratung durch die IHK-Mitarbeiter, die ja auch stets mit den Erfahrungen vieler anderer Betriebe aus der Region wettbewerbsunabhängig agieren können. Die überall verfügbare Fülle an Informationen zu selektieren, zu bewerten und dem unternehmerischen Alltag im persönlichen Beratungsgespräch zuzuordnen, ist bei vielen Fragen enorm hilfreich.

Sie waren auch als Hochschulrat der Universität Passau aktiv. Welche Rolle spielt Bildung heutzutage?

Keilbart: Die Qualität von Produkt und Dienstleistung ist heutzutage eindeutig mit der Qualifikation der eingesetzten Mitarbeiter verknüpft. Demzufolge ist die berufliche Aus- und Weiterbildung unverzichtbar für jeden Mitarbeiter selbst, aber auch für die Betriebe im stetigen Wettbewerb um die besten Lösungen für die Kunden. Wenn dazu die Schnittstellen zu den Hochschulen noch intensiver ausgebaut werden und damit der Know-how-Transfer verstärkt wird, profitieren davon alle Beteiligten, wie es hier in Niederbayern bei vielen gemeinschaftlichen Initiativen sichtbar ist.

Haben Sie einen Tipp für junge Unternehmer?

Keilbart: Bei jungen Unternehmern ist die Innovationskraft und die Überzeugung zur eigenen Leistung ganz entscheidend; wenn sich dann in einem entsprechenden Umfeld wie in den hiesigen Start-up-Zentren gleichgesinnte und erfahrene Unternehmer mit einbringen, sollte jeder diese Möglichkeiten des Austauschs und der Erfahrung anderer - positiv wie negativ - nutzen.

Lesen Sie das vollständige Interview im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 10.

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