Vortrag im Hotel am Regenbogen Die Lösung aus Tarifverträgen und ihre Folgen

Ludwig Maier vom DGB Bayern kommt zum Vortrag ins Hotel am Regenbogen. Foto: Sebastian Willnow/dpa

Tarifverträge regeln die wesentlichen Grundlagen eines Arbeitsverhältnisses wie Gehalt, Arbeitszeit, betriebliche Altersversorgung oder Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Jahrzehntelang waren sich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in Bayern einig, dass eine hohe Tarifbindung in Branchen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle schafft. Doch dieser Konsens wurde von Arbeitgebern und ihren Verbänden seit den 1990er Jahren nach und nach aufgekündigt, heißt es in einer Pressemitteilung des DGB.

Und weiter: Immer mehr Arbeitgeber zogen sich aus Tarifverträgen zurück oder gründeten Verbände ohne Tarifvertrag. "Hintergrund ist die nach wie vor vorherrschende Ideologie des Neoliberalismus: Weg mit den Regulierungen für Unternehmen, Konkurrenzvorteile um jeden Preis (Schmutzkonkurrenz eingeschlossen) und alles den Kräften des Marktes überlassen." Doch das hat Folgen, die Tarifbindung ging drastisch zurück. Es profitieren immer weniger Beschäftigte von einem Tarifvertrag: 1998 arbeiteten noch 76 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und 63 Prozent der Beschäftigten in Ostdeutschland in Unternehmen mit Tarifbindung. Neun Jahre später waren es nur noch 57 und 46 Prozent.

Ein rasanter Rückgang - und der bringt große Nachteile für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und unsere Gesellschaft als Ganzes mit sich. Denn mit Tarifvertrag gibt es immer mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen, weniger Arbeitszeit und mehr Urlaub. Wer mit einem Tarifvertrag arbeitet, hat es besser: Das Gesetz sieht 24 Werktage Urlaub vor, mit Tarifverträgen sind es oft bis zu 30 Tage. Gesetzlich gibt es keinen Anspruch auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld, mit einem Tarifvertrag gibt es je nach Branche anteilig einen Prozentsatz eines Monatsgehaltes oder einen Fixbetrag, schreiben die Arbeitnehmervertreter.

Die Arbeitszeit umfasst gesetzlich 48 Wochenstunden, in tarifgebundenen Unternehmen arbeiten Beschäftigte zwischen 34 und 40 Wochenstunden. Und Beschäftigte mit Tarifvertrag haben einen deutlich höheren Verdienst als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne tarifvertragliche Regelung.

Termin:

Zum Vortrag und zur Diskussion mit Ludwig Maier (DGB Bayern) am Montag, 17. Februar, um 19 Uhr im Hotel am Regenbogen (Schützenstraße 14, Cham) ist die interessierte Bevölkerung und alle Kollegen eingeladen.

 

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