Trotz EU-Sanktionen Erdgassuche: Türkei will viertes Schiff nach Zypern schicken

Das 230 Meter lange Spezialschiff "Yavuz" soll vor der Küste Zyperns nach Erdgas bohren. Fotzo: Lefteris Pitarakis/AP Foto: Lefteris Pitarakis/dpa

Istanbul - Die Türkei will trotz EU-Sanktionen ein viertes Schiff zu Erdgaserkundungen vor die Küste Zyperns schicken.

"Wir haben dort drei Schiffe und das vierte Schiff werden wir, so Gott will, auch so bald wie möglich ins östliche Mittelmeer schicken", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag. Solange die Rechte der türkischen Zyprer nicht garantiert würden, werde die Türkei ihre "Aktivitäten dort weiterhin verstärken."

Die Außenminister der EU-Staaten hatten am Montag wegen der Erdgaserkundungen Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. Konkret sollen unter anderem EU-Gelder für die Türkei gekürzt und die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen eingestellt werden.

Die Türkei zeigte sich unbeeindruckt. Cavusoglu sagte weiter: "Das als Sanktionen zu bezeichnen, bedeutet in Wahrheit, diese Sache zu ernst zu nehmen." Das sei nicht nötig. "Das sind banale Sachen, die auf uns keinen Eindruck machen."

Die EU will Ankara mit den Sanktionen dazu bewegen, die Erdgassuche vor der Insel Zypern einzustellen. Die Türkei hat zurzeit zwei Bohrschiffe und ein Forschungsschiff vor der Küste Zyperns.

Die Türkei vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören.

Sie hält den Norden von Zypern seit 1974 besetzt und will mit den Bohrungen die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern. Die Insel Zypern ist geteilt: Im Norden liegt die - nur von der Türkei anerkannte - Türkische Republik Nordzypern. Dagegen ist die Insel Republik Zypern international anerkannt und seit 2004 EU-Mitglied.

 

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