Ob Brexit, der Sieg von Donald Trump oder im Juni erst die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: immer kam es ganz anders, als die Meinungsforscher vorhergesagt hatten. Kann es sein, dass die Demoskopen auch bei der anstehenden Bundestagswahl daneben liegen? Dabei sind diese Umfragen auch im Wortsinn schon fast alltäglich - allein im Juli und August haben die acht größten Umfrageinstitute zusammen mehr als 50 Ergebnisse von Sonntagsfragen veröffentlicht.

Die Reaktion von Allensbach, Infratest Dimap, Emnid und Forsa auf einen "Irrtum" ist stets die gleiche. Es werde ja nicht das Ergebnis einer Wahl prognostiziert, sondern nur das aktuelle Stimmungsbild abgebildet, heißt es dann unisono. Alle Institute nennen ihre Umfragen "repräsentativ", wenn man aber genauer hinschaut, zeigt sich, dass für ein solches Meinungsbild auch schon mal 1.500 befragte Personen ausreichen. Diese wenigen ausgewählten Bürger stehen dann für 60,4 Millionen Wahlberechtigte - kontaktiert werden sie face-to face (also von Angesicht zu Angesicht), mit einem Interview am Telefon, durch eine Online-Umfrage oder mit einer Mischung verschiedener Ansätze.