Vier Festnahmen in Kiel Telefonbetrüger sollen auch in Ostbayern agiert haben

Im Raum Kiel wurden am heutigen Donnerstag vier Männer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, in Bayern als Telefonbetrüger agiert zu haben. (Symbolbild) Foto: Franziska Kraufmann/dpa/dpa

Eine Hundertschaft an Polizisten stellt seit Donnerstagmorgen mehrere Objekte im Raum Kiel auf den Kopf. Mit dabei sind auch Polizisten aus Niederbayern. Denn gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Regensburg versucht man erneut einer Bande von Telefonbetrügern ein- für allemal das Handwerk zu legen. Dabei wurden vier Männer festgenommen.

Aufgrund mehrerer Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle des Amtsgerichts Regensburg durchsuchen seit Donnerstagmorgen zahlreiche Einsatzkräfte mehrere Objekte in Schleswig-Holstein. Der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft Regensburg und sachbearbeitenden Kriminalpolizei Niederbayern ist damit ein erneuter Schlag gegen deutschlandweit operierende „Callcenterbetrüger“ gelungen.

Rund 100 Beamte der Polizei Schleswig-Holstein und des Polizeipräsidiums Niederbayern sind seit den frühen Morgenstunden dabei, die Wohnanwesen mutmaßlicher Bandenmitglieder im Raum Kiel zu durchsuchen und entsprechende Haftbefehle zu vollziehen. Im Einsatz sind neben Beamtinnen und Beamten des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein auch dortige Spezialkräfte, sowie Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten, als auch Ermittler der Kriminalpolizei Niederbayern.

Tatzusammenhänge im gesamten Bundesgebiet

Die Ausgangstaten dieser heutigen Aktion liegen bereits mehrere Monate zurück, als mehrere Opfer aus dem südbayerischen Raum durch die Betrüger um Bargeld und Wertgegenstände gebracht wurden. Bereits Anfang August vergangenen Jahres fiel eine damals 78-jährige Rentnerin aus Geiselhöring auf die Telefonbetrüger herein. Nachdem diese sich als Polizeibeamte ausgegeben hatten, übergab die Rentnerin in Folge mehrerer Telefonate über 70.000 Euro an nunmehr identifizierte und festgenommene Personen. Ein erneuter Betrugsversuch wenige Tage später scheiterte lediglich, weil die bayerischen Polizeibehörden bereits auf die Tat aufmerksam geworden waren.

Auch erhielt Anfang November 2020 eine 79-jährige Rentnerin im oberbayerischen Eching mehrere Anrufe falscher Polizeibeamter und falscher Bankmitarbeiter und stellte in der Folge einen niedrigen fünfstelligen Geldbetrag vor ihrer Haustüre zur Abholung bereit. Aufgrund intensiver mehrmonatiger Ermittlungen konnten Tatzusammenhänge zu weiteren Taten im gesamten Bundesgebiet hergestellt werden. Diese ereigneten sich insbesondere in Pocking/Bayern, Hannover/Niedersachsen sowie Altenstein und Wurzen/Sachsen.

Vier Tatverdächtige festgenommen

Bei der heutigen gemeinsamen Aktion sind insgesamt vier Männer im Alter zwischen 23 und 56 Jahren, deutscher und türkischer Herkunft, aufgrund der von der Staatsanwaltschaft Regensburg erwirkten Haftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetruges festgenommen worden. Bei den Durchsuchungen konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. Bei einem 56-jährigen Tatverdächtigen wurde zudem eine größere Menge Marihuana aufgefunden.

Drei Tatverdächtige wurden im Laufe des Tages bereits den zuständigen Ermittlungsrichtern vorgeführt und anschließend in verschiedene Justizvollzugsanstalten in Schleswig-Holstein eingeliefert. Die Haftbefehlseröffnung bzgl. des vierten Festgenommen wird am Abend erwartet.

Die umfangreichen Ermittlungen werden in den kommenden Monaten mit Hochdruck fortgesetzt werden. Insbesondere erhoffen sich die Ermittler von der Auswertung der sichergestellten Beweismittel weitere Hinweise auf mögliche Taten und deren Drahtzieher, die im Ausland vermutet werden.

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