Der kleine Raum im ersten Stock ihres Wohnhauses hat sich verändert. Wo Claudia Gerstendorff noch vor Kurzem ihr Atelier hatte, ist jetzt ihre Naturheilpraxis. Wo früher Staffeleien ihren Platz hatten, steht jetzt eine weiße Liege. Geblieben sind die Bilder an der Wand, die Pinsel und Farben. Denn die braucht Gerstendorff nach wie vor, und zwar für ihre Patienten. Nutzt sie doch kreative Arbeit als Therapie.

Malen spielt in Gerstendorffs Leben eine große Rolle. In der Malerei kann sie sich ausdrücken, Unsichtbares sichtbar machen: Stimmungen, Gefühle, Eigenschaften. "Kunst hat etwas unwahrscheinlich Kraftvolles", sagt die Waldmünchnerin. Mit Bildern könne man ausdrücken, was man sonst nicht ausdrücken kann. "Die Seele sichtbar machen", nennt Gerstendorff das.