Umfrage der Woche idowa-Leser deutlich für begrenzte Amtszeit von Bundeskanzlern

Eine deutliche Mehrheit würde eine begrenzte Amtszeit für Bundeskanzler in Deutschland bevorzugen. Das ist das Ergebnis der idowa-Umfrage aus der vergangenen Woche. Foto: dpa

"Sollte die Amtszeit von Bundeskanzlern begrenzt werden?" - das wollten wir in der vergangenen Woche in unserer idowa-Umfrage von unseren Lesern wissen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die große Mehrheit würde demnach auch in Deutschland ein Modell ähnlich dem in den USA bevorzugen. Dort ist nach zwei Amtszeiten automatisch Schluss.

Bereits seit 2005 regiert Angela Merkel mittlerweile als Bundeskanzlerin in Deutschland. In der öffentlichen Wahrnehmung waren jedoch insbesondere in den letzten Jahren verstärkt gewisse Abnutzungserscheinungen spürbar geworden. Auch in Reihen der eigenen Partei war Merkel nicht mehr unumstritten. Nach fast 16 Jahren als Bundeskanzerin tritt Angela Merkel bei der Bundestagswahl im September nicht mehr an. Dann versucht Armin Laschet (CDU) in ihre Fußstapfen zu treten - sollte er gewählt werden. 

Lediglich Helmut Kohl war in Deutschland noch länger an der Macht als Angela Merkel. Allerdings sind das beileibe keine Einzelfälle. Auch Konrad Adenauer brachte es immerhin auf 14 Jahre. Theoretisch kann man in Deutschland auf unbegrenzte Zeit immer wieder zum Bundeskanzler gewählt werden. Fluch oder Segen? 

Das Ergebnis der Umfrage

Wäre es sinnvoll, auch bei uns die Amtszeit von Bundeskanzlern zu begrenzen? Das wollten wir in der vergangenen Woche in unserer idowa-Umfrage von unseren Lesern wissen. Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig. Ganze 72 Prozent (1.343 Leser) sprachen sich demnach für eine Begrenzung der Amtszeit von Bundeskanzlern aus. Lediglich 25 Prozent (466 Leser) plädierten in der Umfrage dafür, alles so wie bisher zu belassen, da ja ohnehin alle vier Jahre gewählt werde. Die restlichen 3 Prozent (56 Leser) gaben an, sich nicht für Politik zu interessieren.

Die Meinungen auf Facebook

Ein identisches Stimmungsbild zeichnete sich auch in den Kommentaren zum Thema auf unserer Facebook-Seite ab. Auch hier war der Tenor eindeutig pro Begrenzung der Amtszeit. Manch einer ging dabei sogar noch einen Schritt weiter. So etwa Facebook-User Christian Aichinger: "2x4 reicht. Ebenso nur 2 Perioden im Land, hinab bis zum Bürgermeister und Gemeinderat." Reinhard Seidel bringt gar noch einen weiteren Punkt ins Spiel: "2 Amtszeiten maximal und vom Volk gewählt, nicht von der Partei gestellt." 

Facebook-User Christian Schein spricht sich dagegen für das bisherige Prozedere aus - mit einer Einschränkung: "Solange ein Kanzler seine Arbeit gut macht, gibt es keinen Grund die Amtszeit zu beschränken. Der Wähler hat es ja in der Hand, wie lange jemand im Amt bleibt. Und wenn jeder mal zu sich selber ehrlich ist, sind wir nicht ganz so schlecht gefahren mit Angela Merkel. Natürlich sind auch Fehler gemacht worden, aber das gehört dazu. Wir machen schließlich auch genügend Fehler. Allerdings muss man über Haftungsfragen nachdenken, wenn Politiker richtig Mist bauen. Das kann und darf nicht zu Lasten der Steuerzahler gehen."

Stefan Schweitzer hätte dagegen einen völlig anderen Ansatz: "6 Monate Probezeit und nach einem Jahr das Volk entscheiden lassen."

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