Umfrage der Woche Das halten die idowa-Leser von der Aufrüstung der Bundeswehr

Wir haben die idowa-Leser gefragt, wie sie zur Aufrüstung der Bundeswehr in Deutschland stehen. (Symbolbild) Foto: Sina Schuldt/dpa/Symbolbild/dpa

100 Milliarden Euro als Sondervermögen für die Bundeswehr – das ist die Antwort, die Deutschland auf Putins Einmarsch in die Ukraine gibt. Eine Entscheidung, die schon längst überfällig ist? Wir haben die idowa-Leser gefragt.

"Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents. Am Donnerstag hat Präsident Putin mit seinem Überfall auf die Ukraine eine neue Realität geschaffen. Diese neue Realität erfordert eine klare Antwort. Wir haben sie gegeben." Mit diesen Worten kündigte Kanzler Olaf Scholz die geplante Aufrüstung der Bundeswehr an, die zunächst durch ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro finanziert werden soll. Außerdem soll der Verteidigungsetat künftig jedes Jahr mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Wir haben die idowa-Leser gefragt, wie sie zu dieser Entscheidung stehen – die Antwort fiel mehr als deutlich aus. Bis Montag, 10.42 Uhr, haben 2.534 Leser ihre Stimme abgegeben. 78 Prozent davon sind der Meinung, die Aufrüstung sei ein guter Weg, denn Deutschland müsse sich im Ernstfall verteidigen können. Nur zwölf Prozent der Umfrage-Teilnehmer finden, dass das Geld in anderen Bereichen, von denen Bürger unmittelbar profitieren, besser aufgehoben wäre. Zehn Prozent der Leser fänden es nicht gut, wenn Deutschland in Angriffswaffen investieren würde. Sie sind der Meinung, dass Deutschland lieber diplomatische Beziehungen pflegen und die Wehr für Hilfseinsätze stärken soll.

Auf Facebook zeigt sich ein ähnliches Meinungsbild. Unter dem Beitrag sticht besonders ins Auge, dass die Diskussion großen Anklang gefunden hat, denn mit rund 80 Kommentaren hat diese Umfrage im Gegensatz zu vergangenen hohe Wellen geschlagen. Die meisten Nutzer klagen darüber, dass die Bundeswehr zu lange vernachlässigt wurde – jetzt viel Geld zu investieren würde die Lage in naher Zukunft nicht verbessern. „Mit der Bundeswehr lief's wie mit dem Gesundheitsystem, erst kaputt sparen, dann jammern, wenn der Katastrophenfall einsetzt und dann versuchen mit Geld zu retten was noch übrig ist. Ohne die richtigen Leute hilft auch Geld nichts mehr. Es gibt Sachen, die kann man nicht von heute auf morgen wieder in Ordnung bringen“, beschwert sich in diesem Rahmen eine Nutzerin. Auch die Frage, woher der Bund diese Gelder nehmen soll, beschäftigte die Nutzer sehr. Viele befürchten, dass die Finanzierung durch höhere Steuergelder abgedeckt wird und so die Bürger neben der derzeit hohen Preise für Strom, Öl und Benzin auch noch für die Bezahlung des Militärs aufkommen müssen.

In vielen Kommentaren wurde auch die Wehrpflicht ins Gespräch gebracht, deren Wiedereinführung derzeit auch die Politik diskutiert. „Die Wehrpflicht hätte nie abgeschafft werden dürfen. Wäre in vielerlei Hinsicht sinnvoll gewesen“ und „dann aber auch die Wehrpflicht für alle 18- bis 25-Jährigen (m/w/d) ausnahmslos einführen“ lautet die Meinung zweier Facebook-Nutzer dazu in den Kommentaren.

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