Typisierungsaktion in Deggendorf Stammzellspender für krebskranke Brigitte (60) gesucht

Brigitte aus Deggendorf und viele weitere Menschen hoffen auf einen Stammzellenspender. Foto: red

Brigitte (60) aus Deggendorf hat sich ein ganzes Leben lang um andere Menschen gekümmert. Als Krankenschwester des Donau-Isar-Klinikums hat sie unzähligen Patienten beigestanden und ihnen wieder auf die Beine geholfen. Doch nun ist sie selbst auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Sie benötigt dringend eine Stammzellspende - es ist ihre einzige Chance zu überleben.

Doch die Suche nach einem passenden Stammzellspender gestaltet sich sehr schwierig, da Brigittes Gewebemerkmale ausgesprochen selten sind und bislang noch kein "genetischer Zwilling" gefunden werden konnte. So wie viele andere Patienten weltweit, hofft sie, dass sich noch viel mehr Freiwillige als Stammzellspender registrieren lassen, um für jeden einzelnen Patienten die Chance auf den passenden Spender zu erhöhen.

Einzige Chance auf Heilung

Daher organisiert die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) nun gemeinsam mit der AKS Deggendorf und den Mitarbeitenden des Landratsamtes rund um Personalratsvorsitzenden Gerhard Skotnitzki eine Typisierungsaktion für Brigitte und viele andere Patienten. Die Typisierungsaktion findet am Sonntag, 24. Oktober, von 11 bis 16 Uhr im Landratsamt (großer Sitzungssaal) in der Herrenstraße 18 statt. Brigittes Leben wurde nicht von einer, sondern gleich drei Krebsdiagnosen gleichzeitig erschüttert. Als sie Ende Juli 2021 mit starken Hüft- und Leistenschmerzen zum Arzt ging, rechnete sie nicht im Entferntesten mit einer Krebsdiagnose.

Entsprechend groß war der Schock, als nicht nur AML (akute myeloische Leukämie), sondern zusätzlich auch noch eine zweite Form der Leukämie, CMML (chronische myelomonozytäre Leukämie) diagnostiziert wurde. Als würde das nicht längst reichen, kam knapp zwei Wochen später eine dritte Diagnose hinzu: ein T-Zell-Lymphom. Nach zwei Chemotherapien und täglicher Medikamenteneinnahme bleibt ihr nur eine einzige Chance auf Heilung: eine Stammzelltransplantation. Brigitte sucht ihren Lebensretter. Zwar würden die beiden Töchter wahnsinnig gerne helfen, so wie ihre Mutter ihr Leben lang als Krankenschwester so vielen Menschen geholfen hat. Leider sind sie jedoch nicht als Spenderinnen geeignet, auch ihre Schwester kommt nicht in Frage.

Landrat Bernreiter ist der Schirmherr

Doch die 60-jährige dreifache Oma lässt sich nicht unterkriegen. Trotz Anämie, Abgeschlagenheit und schmerzhaften Beinödemen macht sie das Beste aus der Situation und überrascht nicht nur ihre Ärzte mit ihrer positiven Einstellung. Brigitte ist fest entschlossen, ihre drei Enkel aufwachsen zu sehen, und will sich das keinesfalls von ihrer dreifachen Krebsdiagnose nehmen lassen. Landrat Christian Bernreiter übernahm gern die Schirmherrschaft für die Aktion, denn er weiß, wie wichtig diese Arbeit ist. Daher appelliert er: "Bitte nehmen Sie an der Typisierungsaktion teil - Sie können damit Leben retten! Jeder von uns kann schon morgen selbst Hilfe benötigen."

Um die Typisierungsaktion in Coronazeiten durchführen zu können, wurde ein umfangreiches Hygienekonzept entwickelt und von den Gesundheitsbehörden genehmigt. Schließlich sollen die Helfer und alle an der Aktion teilnehmenden Personen vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden. Es gilt die 3G-Regel. Wer weder geimpft noch genesen ist, muss sich vor Ort einem Schnelltest unterziehen. Das Tragen einer FFP2-Maske ist Pflicht. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern muss von allen Personen eingehalten werden. Durch Einbahnregelungen wird der Kontakt zu Fremdpersonen so weit wie möglich vermieden.

Auch finanzielle Unterstützung möglich

Wer am 24. Oktober nicht nach Deggendorf kommen kann oder möchte, kann bei der Stiftung AKB unter www.akb.de/registrierung jederzeit kostenfrei ein Lebensretterset nach Hause bestellen, das alles enthält, was für die Registrierung als Stammzellspender notwendig ist. Wer bereits registriert ist oder aus Altersgründen nicht mehr als Stammzellspender infrage kommt, kann trotzdem helfen: mit einer Geldspende. Die Stiftung AKB ist dringend darauf angewiesen, da weder die Krankenkassen noch der Staat die Registrierungskosten in Höhe von 35 Euro pro Neuspender tragen. Dabei zählt jeder Cent, denn ohne die finanzielle Unterstützung wäre die Aufrechterhaltung und der weitere Ausbau des Spenderpools undenkbar. Jeder neue Spender erhöht die Chance für alle Patienten weltweit, den "genetischen Zwilling" zu finden und gesund zu werden.

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