Teurer Müll Diskussion um Straßenreinigung in Passau

An der Innpromenade in Passau wird neuerdings öfter gereiningt. Foto: Armin Weigel/dpa

Zigarettenstummel, Kot und alter Kaugummi – all das wird von der Straßenreinigung in Passau entfernt. Die Kosten übernehmen die Bürger der Stadt. Nach einer Erhöhung der Gebühren kämpfen sie jedoch jetzt gegen den Sauberkeitswucher, wie das BR-Magazin „Quer“ berichtet.

An der Innpromenade zahlen die Bewohner demnach zum Beispiel mehr als das Achtfache des vorherigen Betrags für die Straßenreinigung. Das Gebiet wird nämlich inzwischen öfter gereinigt – anstatt zweimal die Woche jetzt jeden Tag.

Der Grund: Die Stadt findet, Passau sei schmutziger geworden. Einwohner widersprechen und protestieren mit Plakaten. Darauf steht unter anderem: „Liebe Spaziergänger, laut Bescheid der Stadt Passau wandeln Sie gerade auf einer der dreckigsten Straßen der Stadt. Grund für die ‚Verschmutzung‘ sind Bäume, Sträucher und Pflanzen auf den Anliegergrundstücken. Deshalb werden wir am Innkai mit dem Achtfachen der Straßenreinigungsgebühr bestraft.“ Eine Hausbesitzerin klagt sogar.

Wie extrem die Kosten für ein sauberes Passau erhöht wurden, zeigt sich am Beispiel von Kurt S.. Er ist ein Bewohner, der in dem Beitrag von „Quer“ zu Wort kommt. Er muss nun satte 712 Euro anstatt 84 Euro im Jahr bezahlen. Eine weitere Person beschwert sich darüber, dass Spaziergänger die Straßen verschmutzten – und nicht die Anwohner. Trotzdem sei die Länge des Hauses, vor dem der Müll liegt, der entscheidende Faktor bei der Kostenberechnung.

Die Bürger haben keine Wahl

Der Passauer Oberbürgermeister bleibt fest bei seiner Meinung: Passau ist schmutzig und muss öfter saubergemacht werden. Auch die Regierung von Niederbayern stimmte dem zu, nachdem mehrere Haushalte Beschwerde einreichten. Die Bürger haben keine Wahl, ob sie das Angebot der Stadt annehmen: Der Reinigungsdienst und die Gebühren kommen trotzdem auf sie zu.

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