Ein kleines Wunder sei es, sagte Dr. Ludwig Spaenle, dass wir nach der Shoa die Woche der Brüderlichkeit feiern können. Beim zugehörigen Festakt sprach der Beauftragte für jüdisches Leben am Donnerstagabend im nahezu voll besetzten Saal der israelitischen Kultusgemeinde an der Wittelsbacherstraße. Trotzdem: Judenfeindlichkeit drohe, wieder salonfähig zu werden.

Eine Münchnerin habe ihm erzählt, sie blicke anders auf ihre Geburtsstadt, seit sie einen jüdischen Lebensgefährten habe. Sie müssten sich überlegen, wo sie hingehen, ob er sich mit seinem alttestamentarischen Vornamen oder doch lieber mit dem Nachnamen vorstellt. Ein anderer Bekannter sei in der U-Bahn angepöbelt worden, weil seine Handyhülle die Israel-Flagge zeigt. "Das kann und darf nicht sein", echauffierte sich Spaenle.

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