Stadtgärtnerei Passau Ein Pflanzenparadies für den Frühling

Sorgt für ein buntes Passau: Die Stadtgärtnerei. Foto: Sabrina Hunner

In der Stadtgärtnerei Passau sprießt es in allen Ecken. Denn dort läuft der Anzuchtbetrieb für die Frühjahrspflanzen auf Hochtouren. Ein Blick hinter die Kulissen.

Es riecht süß, nach nasser Erde und frischer Luft. Meine ersten Schritte in die „heiligen Pforten“ der Passauer Stadtgärtnerei führen mich entlang gelber Stiefmütterchen, vorbei an riesigen Palmen, hin zu kleinen, rosagefärbten Lilien. Zwischen all den Blumen, Pflänzchen und Bäumen fühle ich mich geborgen, willkommen, irgendwie zuhause. Überall werkelt jemand. Die Azubis zupfen gerade dürre Blätter von den Pflänzchen. Eine Frau gießt Setzlinge. Und im Hintergrund höre ich, wie jemand auf eine Tastatur tippt.

Anzuchtbetrieb in vollem Gange

Im Moment läuft in der Stadtgärtnerei Passau der Betrieb auf Hochtouren, erzählt mir Hermann Scheuer. Seit 1984 ist er Teil der Stadtgärtnerei, sozusagen das Urgestein des Betriebs und leitete diesen 13 Jahre. Kürzlich hat er das Zepter an seine Nachfolgerin Edith Lang übergeben. Jährlich kümmerte er sich zusammen mit den rund 20 Mitarbeitern um etwa 100.000 Pflanzen. Sie alle gedeihen hier in vier Glas- und zwei Folienhäusern.

Der Anzuchtbetrieb startet jedes Jahr im Frühjahr mit der Bestellung des Saatgutes. Ende August wird ausgesät. Wichtig dabei: Die Setzlinge müssen bei Zimmertemperatur gelagert werden, damit sie gut gedeihen können. Nach drei Wochen pikieren dann die Mitarbeiter die Pflanzen. Heißt: Jedes Gewächs wird in seinen ganz eigenen Topf gepflanzt. Danach werden die Kulturen schrittweise immer kühler gesteuert. So wird die Temperatur letztendlich auf 3 Grad Celsius abgesetzt, damit die Setzlinge frostfrei heranwachsen. Ab März geht ihre Reise weiter. Dann werden die Passauer Grünanlagen bepflanzt. Und dort müssen sie noch die ein oder andere frostige Nacht durchstehen können.

Vielseitig grünes Passau

Neben den altbekannten Blumen wie dem gelben Goldlack, der weißen Primula oder den bunten Blumenzwiebeln, finden auch bedrohte Pflanzen einen Platz in den Passauer Grünanlagen. „Denn nicht an jeder Ecke muss eine Geranie stehen“, findet zumindest Hermann Scheuer. Auch Palmen, Bananenbäume oder fleischfressende Pflanzen zieren im Sommer die Parks der Stadt und lassen Passau nach ihrem Winterschlaf in einem bunten Pflanzenmeer erwachen. Insgesamt gedeihen so jährlich rund 12.000 Exemplare bedrohter Pflanzenarten in der Stadt – ein gemeinsames Projekt der Stadtgärtnerei mit dem städtischen Umweltamt. So soll es laut Hermann Scheuer eine bessere Vernetzung von Gartenkultur und Naturschutz geben.

Dabei sei wichtig: Alle Pflanzen müssen ohne chemische Schädlingsmittel auskommen. Denn seit Jahren stellt die Stadtgärtnerei schrittweise ihren Betrieb auf „chemiefreie Zone“ um. Inzwischen kommen nur noch bei 10 Prozent der Flora Chemie zum Einsatz, erzählt Hermann Scheuer voller Stolz.

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