So kocht die Region Jägertopf – mal anders und nicht aus der Dose

Als Dosengericht hat er beinahe Kultstatus – Anja Auer zeigt, wie er zum Geschmackserlebnis wird: Der Jägertopf. Foto: Matthias Würfl

Die kalte Jahreszeit ist auch die Zeit für Wildgerichte. Als Fertiggerichte im Supermarkt sind sie selten. Anders sieht es beim Jägertopf aus. Den gibt es das ganze Jahr über als Konserve. Foodbloggerin Anja Auer, besser bekannt als Die Frau am Grill zeigt, wie er richtig geht - ganz unverfälscht und ohne Industrieprodukte. Waidmanns Heil!

Wissenswertes

Der Jägertopf hat wenig mit einem Jäger zu tun. Vor allem, weil nicht gerade das drin enthalten ist, was der Jäger so mit nach Hause bringt, sondern meist irgendeine Art von Schweinefleisch. Unser Jägertopf hingegen erfreut jeden Wild-Fan. Denn wir schnappen uns genau jene Zutaten, die auch etwas mit dem Jäger zu tun haben: Wildschweingulasch, Hirschgulasch und Entenkeulen. Wer will darf auch gerne auf Hase, Fasan, Reh oder Truthahn ausweichen.

Die verschiedenen Wildsorten geben kein aromatisches Kuddelmuddel?

Das wäre beziehungsweise ist ein berechtigter Einwand: Hirsch, Wildschwein und Ente in einem Topf – passt das überhaupt zusammen? Antwort: ja! Das fertige Gericht schmeckt unglaublich lecker und alle Zutaten harmonieren miteinander. Was natürlich nicht fehlen darf: ein Wildfond! Besonders lecker wird’s, wenn zum Schluss noch mit Preiselbeermarmelade, Sahne und frischer Petersilie verfeinert wird.

Beilagen zu diesem Gericht

Hier empfehlen wir ganz klar Spätzle und Rotkohl. Besonders schlaue Köche, die keine Lust zum Spätzle selber machen haben, packen aber eine knappe Stunde vor Ende der Garzeit gleich noch geschälte und in mundgerechte Stücke geschnittene Kartoffeln in den Topf. So erübrigt sich zumindest schon mal die Zubereitung einer Beilage.

Zutaten

Für sechs Portionen
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 2,5 Stunden 

  • 1 kg Wildschweingulasch
  • 0,5 kg Hirschgulasch
  • 300 g geräucherter Bauchspeck
  • 2 Entenkeulen á 400 g
  • 1 Liter Wildfond
  • 0,5 Liter trockener Rotwein
  • 3 Esslöffel Preiselbeermarmelade
  • 200 g Sahne
  • 700 g Champignons
  • 5 Zwiebeln
  • 3 EL Tomatenmark
  • 10 Wacholderbeeren
  • 5 Gewürznelken
  • 5 Lorbeerblätter
  • 3 EL Butterschmalz
  • 8 Knoblauchzehen
  • 1 Bund frische Petersilie

Zubereitung

  1. Den Speck in Würfel schneiden, im heißen Butterschmalz auslassen, aus dem Topf nehmen und Beiseite stellen.
  2. Danach die Entenkeulen im gleichen Fett von beiden Seiten scharf anbraten, entnehmen und anschließend das Gulasch portionsweise anbraten und ebenfalls wieder herausnehmen.
  3. Abermals im gleichen Topf die gehackten Zwiebeln und den Knoblauch andünsten, gefolgt von den, in Scheiben geschnittenen, Champignons.
  4. Anschließend das Tomatenmark unterrühren und ein wenig anrösten. (Tipp: Wer die Soße dickflüssiger haben möchte, der rührt vor dem Ablöschen mit Rotwein ein bis zwei Esslöffel Mehl unter.)
  5. Im nächsten Schritt mit Rotwein ablöschen und mit Wildfond aufgießen. 
  6. Das zuvor angebratene Gulasch, den Speck und die Entenkeulen in den Topf in die Soße legen und Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Gewürznelken dazugeben.
  7. Den Jägertopf zwei Stunden sanft köcheln lassen.
  8. Etwa eine Viertelstunde vor Ende der Garzeit mit Sahne und Preiselbeermarmelade verfeinern und die fein geschnittene Petersilie unterrühren.
  9. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Anja Auer ist Chefredakteurin des BBQ & Food-Magazins „Die Frau am Grill“. Nebenbei betreibt sie den größten YouTube-Kanal zum Thema „Grillen“ der im deutschsprachigen Raum von einer Frau produziert wird. Die meisten der Rezepte gelingen aber nicht nur auf dem Grill sondern auch auf dem Herd und im Ofen. Weitere Rezepte finden Sie auf www.die-frau-am-grill.de und dem YouTube-Kanal www.youtube.com/diefrauamgrill 
 

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