Der Münchner Autor Pierre Jarawan berichtet, wie schwierig es im Libanon ist, sich aufeine gemeinsame Geschichte zu einigen und wie wichtig das Erzählen für den Frieden ist.

Im Sommer 2006 war ich 21 Jahre alt und zog einen Koffer durch die Abflughalle des Stuttgarter Flughafens, in der Hand das Ticket für die Maschine der Middle East Airline nach Beirut. Ein weiterer Sommer, ein weiteres Jahr. Vorfreude auf Familienbesuche, das Essen, das Meer. Und ich erinnere mich noch an die Stimme der Dame am Check-In-Schalter, die auf mein Ticket blickte, mich dann ansah und sagte: "Der Flug nach Beirut wurde vor einer halben Stunde gestrichen. Der Flughafen dort wird bombardiert."