Schule in Zeiten der Pandemie Die Regie: Im Gespräch mit Spielleiterin Bettina Wensauer und Anna Maria Pawelek, 10. Klasse

Mit „Der kleine Prinz – eine Zoom-Theater-Produktion“ betreten alle 17 Beteiligten Neuland in der Schultheaterwelt. Warum habt Ihr Euch da ran gewagt, Ihr hättet doch auch eine Pause einlegen können?
Bettina: Die Proben ausfallen lassen, war für uns nie eine Option. Allerdings hatten wir natürlich keine Ahnung, wie ein Stück online funktioniert. Inspirierend und hilfreich war eine Online Fortbildung bei der Schauspielerin Sacha Anema, das war der Startschuss.

Anna Maria, Du bist Regieassistentin in der virtuellen Welt. Wie müssen wir uns Deine Aufgaben vorstellen?
Anna Maria: Es ist natürlich anders, als ich es als „Schauspielerin“ gewohnt bin. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Technik ist wichtig. Ich kontrolliere zum Beispiel auf mehreren Bildschirmen gleichzeitig, ob die Bild- und Tonübertragung stimmt. Außerdem muss ich die Uhr im Blick behalten, damit wir wissen, wie lange die Szenen dauern.

Welche Möglichkeiten bietet Euch Zoom, die es auf der echten Bühne nicht gibt?
Bettina: Dadurch, dass in den Szenen unterschiedlich viele Fenster gezeigt werden, entstehen
Einzel- oder Gruppenszenen, die unterschiedliche Wirkung entfalten. Besonders spannend ist es, die Illusion eines gemeinsamen Raums zu kreieren. Natürlich bieten auch virtuelle Hintergründe oder Videoeinspielungen Möglichkeiten. Wir setzen aber weniger auf technische Effekte als auf das Schauspiel. Es bleibt ja immer noch Theater und ist kein Film.

Anna Maria: Wichtig ist auch das Spiel mit der Kamera, mit unterschiedlichen Perspektiven, Bildausschnitten oder mehreren Geräten. Für die Schauspieler ist es
zusätzlich eine wertvolle Erfahrung, ihre Kollegen aus dem Auge des Betrachters zu sehen.

Alle Mitwirkenden sind voneinander getrennt und an verschiedenen Orten. Da ergeben sich bestimmt besondere Herausforderungen ...
Anna Maria: Natürlich hat jeder bei sich zuhause andere Möglichkeiten und Räume, dadurch war die Ausarbeitung der Hintergründe und Requisiten manchmal kniffelig.

Bettina: Man kann ja nicht einfach reingehen und bei der Gestaltung helfen oder schnell etwas aus dem Fundus holen. Jeder muss alles selbst herrichten und organisieren. Gerade für die jüngeren Schüler ist das eine Herausforderung. Auch Warm-Ups finde ich online schwieriger.

Die Aufführung steht kurz bevor, bestimmt habt Ihr schon Lampenfieber. Was wünscht Ihr Euch?
Bettina: Ein tolles Publikum! Denn die besondere Atmosphäre einer Aufführung entsteht erst dadurch, dass Schauspieler und Publikum in einem gemeinsamen Raum sind. Deswegen spielen wir auch live und zeigen nichts Auf-gezeichnetes. Im besten Fall gelingt es sogar, andere Schüler und Lehrer zu motivieren, diese Theaterform auszuprobieren.

Anna Maria: Ich bin sehr stolz auf unsere Gruppe und freue mich auf die Aufführung. Ich hoffe, dass wir bald wieder zusammen im Scheinwerferlicht stehen und den Applaus genießen können.

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