Rötz/Maxhütte-Haidhof Verfolgungsjagd nach Bluttat im Landkreis Schwandorf

Das Ende der Verfolgunsjagd bei Thanstein im Landkreis Schwandorf. Foto: Portner

Dienstagvormittag in Maxhütte-Haidhof, Imigstraße: Nachbarn informieren kurz vor 9 Uhr die Polizeieinsatzzentrale über eine lautstarke, gewaltsame Auseinandersetzung in einem Mehrfamilienhaus. Die Polizei findet beim Eintreffen eine schwer verletzte 59-jährige Frau vor, die kurz darauf stirbt.

Marco Müller, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg, spricht gegenüber unserer Zeitung zunächst von einem „Verdacht auf ein Tötungsdelikt“ wobei es „Hinweise auf einen gewaltsamen Tod“ gibt. Vieles deutete darauf hin, dass ein 44-jähriger Mann, der mit seinem Auto vom Tatort geflohen ist, die Tat begangen haben könnte. Zahlreiche Streifen- und Zivilfahrzeuge der Polizei verfolgten den Verdächtigen. Etwa 20 Einsatzfahrzeuge aus den Bereichen Schwandorf, Cham, Furth im Wald, Regensburg und der Bundespolizei wurden zusammengezogen, um den Flüchtigen zu stellen. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz.

Verfolgungsjagd quer durch den Landkreis Schwandorf

Sie verfolgten den Tatverdächtigen quer durch den Landkreis Schwandorf. Die Polizei spürte den Fahrer dann mittels Handyortung auf. Nach Auskunft von Werner Schüssel, stellvertretender Leiter des Präsidialbüros und Sprecher des Polizeipräsidiums, wurde das Fahrzeug des 44-Jährigen dank einer Ringfahndung um 9.45 Uhr bei Neunburg vorm Wald von der Besatzung eines Streifenwagens entdeckt. Die Beamten versuchten, den Flüchtigen zu stellen und ihm den Weg abzuschneiden, doch der Mann wendete sein Auto und flüchtete. Die Polizeikräfte, alle mit schusssicheren Westen ausgerüstet, stellten den mutmaßlichen Täter dann um 10.19 Uhr zwischen Thanstein und Pillmersried (Gemeindegebiet Rötz). Nur wenige hundert Meter hinter Thanstein in Richtung B22 verlor der Verdächtige auf seiner Flucht vor der Polizei auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen schwarzen VW Polo. Im Auslauf einer Rechtskurve kam er nach links aufs Bankett, schleuderte und überschlug sich an einem Wasserdurchlass. Das Fahrzeug wurde dabei massiv beschädigt, landete aber wieder auf den Rädern. Laut Polizei setzte der Mann dann seine Flucht zu Fuß fort.

Motiv bislang unbekannt

Der Fahrer wurde nur leicht verletzt und ambulant ärztlich versorgt. Der 44-Jährige ließ sich ohne Widerstand festnehmen und wurde von der Kripo zur Vernehmung mitgenommen. Eine Waffe wurde von der Polizei im Fahrzeug sichergestellt.

Die Verfolgungsjagd dauerte über 35 Minuten und führte über 40 Kilometer von Neunburg vorm Wald bis Rötz, wieder zurück nach Neunburg und dann bis zur Unfallstelle bei Thanstein. Hierbei kam es auch zu verschiedenen Gefahrensituationen im Straßenverkehr. Verkehrsteilnehmer, die am Dienstagvormittag in dem Bereich durch einen schwarzen VW Polo gefährdet oder geschädigt wurden, sind dringend aufgefordert, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Die FFW Thanstein wurde alarmiert, um die Unfallstelle abzusichern. Die Kreisstraße war für die Zeit der Bergung für den allgemeinen Verkehr gesperrt.

Der Tatverdächtige und das Opfer kannten sich bereits. In welcher Beziehung sie standen, ist nun ebenfalls Teil der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Bezüglich des Tatmotivs konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

Zeugen gesucht

Personen die ein solches Fahrzeug mit Schwandorfer Zulassung oder den Tatverdächtigen im Tatortumfeld gesehen haben, werden dringend gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Rufnummer 09621/890-0 in Verbindung zu setzen.

Zudem sind nach wie vor Verkehrsteilnehmer aufgerufen, sich ebenfalls mit der Polizei in Verbindung zu setzen, wenn sie im Zeitraum von 9 Uhr bis 10:15 Uhr durch einen schwarzen VW Polo mit Schwandorfer Zulassung in den Landkreisen Schwandorf oder Cham gefährdet oder geschädigt wurden.

 

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