Rimbach "De gniggadn Rimbacher!" - Maibaumganoven unvermittelt angegriffen

Der Maibaum-Klau in Rimbach geriet außer Kontrolle - jetzt melden sich die Diebe zu Wort. (Foto: Archiv) Foto: mm

"So, wie es im Polizeibericht gestanden hat, so war's nicht!" Die Theninger Maibumganoven meldeten sich am Montag auf den Bericht über ihren angeblich rabiaten Maibaum-Klau mit einer Stellungnahme zu Wort. Patrick Fink, Sprecher der Gang, will so manches richtig dargestellt wissen. Er betont, soweit sie ihnen bekannt gewesen seien, habe sich die Truppe an die Regeln gehalten. Auch bei der Beschädigung eines Autos hätten sich die Maibaum-Diebe ans geltende Recht gehalten.

Was den Ablauf beim Diebstahl des Prachtstangerls angeht, da gehen die Meinungen auseinander. So stellen die Maibaumganoven schon mal als allererstes den Leitspruch der Trachtenvereine infrage. Der lautet bekanntlich "Treu der Sitt', treu der Tracht, treu der Heimat". Doch "wenn's mal über das Tragen einer Lederhose und Hafalschou hinausgeht, gibt's a riesen Gschieß", moniert Fink.

So sehen es die Beklauten: Kein Verständnis für die dreisten Rimbacher Maibaumdiebe

Er stellt klar: Die Ganoven hätten sich auf alle Fälle anders verhalten, wenn der Wächter ein anderes Auftreten an den Tag gelegt hätte. In einer Trotzreaktion nahmen sie den Baum "grod extra" mit. Außerdem hätte man dann auch über ein Belassen des Baums an Ort und Stelle reden können. Der 67-Jährige hat jedoch ohne Vorwarnung auf zwei Männer der Gruppe eingeschlagen, "den Dumpfen" dazu hat Patrick Fink noch 30 Meter weiter entfernt. Nur, um sich zu wehren, hätte dann einer der Maibaumganoven den Angreifer "am Krawattl" gepackt, um seinen Kollegen zu schützen. Was indes den Diebstahl angeht, leugnet Fink nicht, die Ketten durchgeschnitten zu haben. "Einen Bolzenschneider" nahmen sie zu diesem Zweck.

Doch sie finden, das Festketten und Wegsperren der Bäume sei eine Unsitte, die dem Brauch zuwider laufe. "Früher stand der Baum auf Böcken und dann hatte es sich's damit." Weshalb es nun Schlösser und Ketten brauche, sei ihm unbegreiflich. Früher habe es eben noch "echte Mannsbilder und Frauenzimmer" gegeben, die Wache hielten. Was die Maibaumganoven ebenfalls richtigstellen: Sie seien nicht auf frischer Tat ertappt worden, sondern erst bei der Abfahrt.

Und noch immer warten die Diebe auf eine Auslöse. "De gniggadn Rimbacher" stellten ja kurzerhand einen anderen Baum auf. Die Forderung nach drei Kisten Bier und 28 Wurstsemmeln bleibt offen.

Die Polizei in Bad Kötzting tut in diesem Fall die ihr aufgetragene Pflicht. Es wurde Anzeige erstattet und nun ermitteln die Beamten "vollumfänglich". Wie letztlich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall umgeht, obliegt dieser. Und da sagt Oberstaatsanwalt Theo Ziegler, liege es im Einzelfall abzuwägen, ob eine Strafverfolgung sein müsse. Allgemein und dem "Buchstaben des Gesetzes nach" handelt es sich beim Maibaum-Klau um einen Diebstahl. Doch weil es sich um Brauchtumspflege handelt, "mischt sich der Staat in der Regel nicht ein". Besteht jedoch der Maibaumbesitzer darauf, dann müsse der Fall genauer betrachtet werden.

Für Furore sorgte am Wochenende indes auch der Diebstahl des Arracher Maibaums. Weil er zu früh geklaut wurde, sagte der Vorsitzende des örtlichen Trachtenvereins des Aufstellen ab. Dafür fehlt auch den Rimbachern das Verständnis. "Einen Tag vorm Aufstellen, das ist die Regel", betont Fink, "daran haben auch wir uns gehalten".

Im restlichen Landkreis blieb es, was es die Bräuche rund um den 1. Mai und Maibaum betrifft, ruhig. Darüber informierten die jeweils zuständigen Polizeiinspektionen.

Hier geht's zum Polizeibericht vom Wochenende.

 
 

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