Regensburg Spitzenjob für zentrale Spendenaffären-Figur?

Die Ermittlungen wegen der Spendenaffäre von Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) umfassen auch die Vorgänge rund um die Besetzung eines Spitzenjobs bei der städtischen Wohnungsgesellschaft Stadtbau GmbH. Foto: Armin Weigel, dpa
Die Ermittlungen wegen der Spendenaffäre von Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) umfassen auch die Vorgänge rund um die Besetzung eines Spitzenjobs bei der städtischen Wohnungsgesellschaft Stadtbau GmbH. Foto: Armin Weigel, dpa

Die Ermittlungen wegen der Spendenaffäre von Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) umfassen auch die Vorgänge rund um die Besetzung eines Spitzenjobs bei der städtischen Wohnungsgesellschaft Stadtbau GmbH. Wie Staatsanwalt Theo Ziegler am Mittwoch unserer Zeitung bestätigte, sei die Besetzung Gegenstand der Gesamtermittlungen.

Es besteht der Verdacht, dass der Posten des Technischen Leiters des städtischen Wohnungsbauunternehmen Stadtbau ab 1. September mit einer zentralen Figur der Spendenaffäre besetzt ist. Der künftige Stadtbau-Manager war in den vergangenen Jahren bei den Immobilienunternehmen Bauteam Tretzel und Immobilienzentrum Regensburg beschäftigt. Beide Firmen stehen im Zentrum der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen rund um Spenden von über 600.000 Euro zur Finanzierung des Wahlkampfs des späteren Oberbürgermeisters Wolbergs.

Manager will Posten trotz Ermittlungen annehmen

Der künftige Stadtbau-Manager soll während seiner Arbeit für die Immobilienunternehmen das Spenden-Sammeln für Wolbergs koordiniert und für die Stückelung der Spenden gesorgt haben. Der 50-jährige Manager aus Velburg (Kreis Neumarkt) befindet sich nach Auskunft seiner Familie in Urlaub in den Alpen und war für die Medien nicht zu erreichen. Aus seinem Umfeld heißt es aber, dass er entschlossen sei, trotz der Ermittlungen und öffentlichen Diskussionen seinen neuen Arbeitsplatz am 1. September anzutreten.

Umstrittenes Auswahlverfahren

Die Entscheidung für die Berufung des Managers fiel im Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Oberbürgermeister Wolbergs ist. Sie ist vor allem deshalb umstritten, weil in der Ausschreibung ein Studium der Architektur oder des Bauingenieurwesens ausdrücklich verlangt worden war. Zwei Kandidatinnen hatten diese Qualifikation, dennoch wurde der ehemalige Manager der Regensburger Immobilienunternehmen berufen, der als Qualifikation „Maurermeister“ und seine praktische Erfahrung in der Branche angeben kann. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs wollte zu der Sache gestern nicht Stellung nehmen. Aus Kreisen der Stadt hieß es gestern lediglich, dass mit dem Dienstbeginn des neuen Technischen Leiters am 1. September fest zu rechnen sei.

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