Prozess in Würzburg Mann soll Baby erstickt haben

"Justizzentrum Würzburg" steht auf einem Schild im Eingangsbereich zum Landgericht. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild Foto: dpa

Ein junger Mann muss sich von heute an wegen des qualvollen Todes eines Babys vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen Mord vor. Der Angeklagte soll seine damalige Freundin und ihren Säugling immer wieder misshandelt haben. Am 20. Dezember 2019 eskalierte die Situation wohl derart, dass der acht Monate alte Junge starb.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg wirft dem Deutschen vor, den Jungen im Raum Gemünden am Main (Landkreis Main-Spessart) mit stumpfer Gewalt malträtiert und schließlich erstickt zu haben. Die heute 21 Jahre alte Mutter hatte ihren Sohn leblos in seinem Bett gefunden. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann das Kind als Störfaktor empfand und aus niedrigen Beweggründen handelte. Er soll bereits in den Wochen vor der Tat gewalttätig gegenüber der Mutter und dem Baby gewesen sein.

Bei der Obduktion des Leichnams entdeckten Rechtsmediziner Hinweise auf ältere Verletzungen am Körper des Kleinen. Die Anklage lautet auf Körperverletzung in fünf Fällen, Misshandlung von Schutzbefohlenen und Mord. Der Verdächtige sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bisher zehn Verhandlungstermine geplant.

Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamtes 32 Kinder unter sechs Jahren gewaltsam ums Leben. Mehr als 1700 wurden nachweislich misshandelt. In vielen Fällen sind die Täter in der Familie zu finden. Meist ist Überforderung die Ursache; viele Experten halten die bekannten Fälle nur für die Spitze des Eisbergs.

 

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