Zur Eröffnung der neuen Spielzeit stünde eigentlich "Die Familie Schroffenstein" von Heinrich von Kleist in einer Inszenierung von Ulrich Rasche auf dem Programm des Residenztheaters. Es bleibt nun bei der Kombination Kleist und Rasche, aber angesichts der auf jeder Ebene des Theatermachens wirksamen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie besann man sich auf ein älteres Projekt des Regisseurs, dessen Maschinentheater sonst jede Bühne allein des technischen Aufwands wegen an ihre Grenzen führt.

2015 inszenierte er in den Berner Vidmarhallen die Novelle "Das Erdbeben in Chili" ohne sich im Raum bewegende Laufbänder oder schwebende Schrägen und Plateaus. Sein sprechender Chor bewegte sich auf einer unentwegt rotierenden Drehbühne. Im Residenztheater ist sie jetzt ein bühnenbreiter Plattenteller, der dem neunköpfigen Ensemble üppig Raum zur Einhaltung der Abstandsregeln bietet.