Philippinen Schokoladen-Hügel und Puderzuckerstrände

Die Chocolate Hills auf Bohol. Diese geologisch besonderen Formationen gibt es weltweit kein zweites Mal. Foto: Kerstin Bauer

Die Philippinen bieten sich nicht nur zum Entspannen unter Palmen an - es gibt auch viel zu entdecken.

Elisabeth schnaubt. Der Weg nach oben wird immer steiler. Elisabeth ist ein kleines Pferd, das mich auf ihrem Rücken zum Krater des Taal-Vulkans trägt. Der Taal-Vulkan ist eine Vulkaninsel. Er liegt inmitten des Sees Taal Lake. Dieses magische Fleckchen Erde ist nur etwa 50 Kilometer von Manila entfernt, der Hauptstadt der Philippinen. Die schlangenförmigen Wege, auf denen Elisabeth trittsicher läuft, sehen aus wie Rinnsale. Und tatsächlich brannte Lava, die vom Vulkan nach unten Richtung Tal lief, die Pfade in die rote Erde.

Plötzlich steigt ein paar Meter entfernt Rauch aus einem kleinen Krater auf. Es riecht nach Schwefel. Keine Besonderheit hier: Neben dem Hauptkrater, in dem sich ein großer See gebildet hat, gibt es noch 47 weitere kleinere Krater und Kegel auf der Vulkaninsel. Seit 1572 ist der Taal-Vulkan bereits 33 Mal ausgebrochen. Auch wegen seiner Nähe zu dicht bewohnten Gegenden wird er deshalb ständig überwacht.

Auf dem Krater duftet es nach wilder Minze und Oregano

Die Rinnsale, durch die Elisabeth trabt, werden immer schmäler, umso näher wir dem Hauptkrater kommen. Reiten können muss man für dieses kleine Abenteuer übrigens nicht. Der 23-jährige Filipino Riztmu weicht Elisabeth und mir die gesamte Strecke nicht von der Seite. Die letzten Meter bis zum Krater legen wir zu Fuß zurück. Der Ausblick über das smaragdgrüne Wasser des Kratersees ist eindrucksvoll. Es riecht nach wildem Oregano und Minze.

Die Philippinen sind ein Archipel aus 7.641 Inseln im westlichen Pazifischen Ozean. Auffallend sind die vielen katholischen Kirchen, die über die Inseln verstreut sind. Die Bewohner des Landes haben überwiegend den römisch-katholischen Glauben - eine Besonderheit für ein Land Südostasiens, sind doch die meisten Menschen hier Buddhisten und Moslems. Doch die Philippinen waren über 200 Jahre lang eine spanische Kolonie. Deshalb sind heute über 90 Prozent der Filipinos Christen.

Die Chocolate Hills entstanden aus den Tränen eines Riesen

Weiße Puderzuckerstrände, Schokoladen-Hügel und die wohl süßesten Bewohner der Philippinen, die Koboldmakis, eine kleine Primatenart, die auf Bäumen lebt: Die Insel Bohol ist ein Muss auf einer Philippinen-Reise, von Manila aus brauchen Urlauber eine Flugstunde. Die wohl bekannteste Attraktion auf Bohol: geologisch einmalige Formationen, die sogenannten Chocolate Hills. Die über 1.000 Kalkstein-Hügel gibt es weltweit kein zweites Mal. Woher kommt ihr Name? Ganz einfach: Während der Trockenzeit färben sich die sonst saftig grünen Berge braun. Die Einheimischen erzählen sich folgende Legende über die Entstehung der Chocolate Hills: Ein Riese verliebte sich in eine Frau. Als diese starb, weinte er bitter. Aus seinen Tränen, die zu Boden fielen, entstanden die Chocolate Hills.

Schokolade aus Kakaobohnen regionaler Bauern

Für Dalareich Polot, eine junge, zierliche Frau, spielt Schokolade beruflich eine große Rolle. Zusammen mit ihren Eltern hat sie nahe der Stadt Tagbilaran die einzige Schokoladenfabrik auf den Philippinen. Verwunderlich, denn Kakao wächst hier quasi überall. Polot erzählt: "Kakaobäume gibt es hier in den meisten Gärten. Die Bauern wissen allerdings nichts damit anzufangen. Sie lutschen die Bohnen und spucken sie wieder aus." Polot, die selbst aus armen Verhältnissen stammt, ließ sich in Belgien zur Chocolatiére ausbilden, kehrte in ihre Heimat zurück und baut nun ihr Unternehmen aus.

Mit ihrer Schokolade aus Kakaobohnen regionaler Bauern verdient sie mittlerweile gutes Geld und erhielt mehrfach internationale Auszeichnungen. Ein Geheimtipp auf den Philippinen ist die kleine Insel Pamilacan. Sie liegt südlich von Bohol. Nur 250 Menschen leben auf der verschlafenen Insel. Hier gibt es nahezu keine Touristen, dafür weiße Sandstrände, glasklares Wasser und eine Vielfalt an Korallen und Fischen. Am Anlegestrand liegen ein paar Fischerbötchen unter gleißender Sonne. Außer leisem Hühnergegacker herrscht absolute Ruhe.

Urlauber fahren nur mit Insulanern zum Schnorcheln

Strom haben die Bewohner Pamilicans nur zwischen 18 und 24 Uhr. Einer, der hier lebt, ist Arnold. Er ist 23 Jahre alt und lebt vom Fischfang. Arnold ist schon verheiratet und hat ein Kind - ganz normal für junge Menschen auf Pamilacan. Wenn ein Boot mit Touristen zum Anlegestrand fährt, stellt er sich zusammen mit anderen Jungs an den Strand, direkt vor den Wachturm aus spanischer Kolonialzeit. Arnold hofft, dass er heute an der Reihe ist und die Urlauber beim Schnorcheln begleiten darf - ein willkommenes Zubrot. Auf Pamilacan dürfen Touristen nur in Begleitung eines Einheimischen mit einem Fischerboot rausfahren.

"Ich bin sehr glücklich hier. Aber manchmal denke ich schon darüber nach, wie es wohl wäre, an einem Ort zu leben, an dem mehr los ist", sagt Arnold. Die Jugendlichen hier spielen Basketball, Volleyball oder gehen Angeln. Am meisten geboten ist auf Pamilacan immer am 15. Mai. Dann findet ein großes Fest statt. "Hier sieht man dann alle", sagt er. Heute hat der junge Mann Glück: Er darf uns in einem Holzboot raus aufs türkisfarbene Meer bringen. Jetzt heißt es für uns nur noch: Rein in die Flossen und abtauchen.

Die Pressereise auf die Philippinen wurde vom Philippine Department of Tourism unterstützt.

Weitere Informationen:

Anreise: Flüge nach Manila gibt es von München aus mit einem Zwischenstopp etwa in Doha, Dubai, Abu Dhabi oder Bangkok.

Beste Reisezeit: Die Philippinen sind das ganze Jahr über gut bereisbar. Die sehr warme Saison dauert von März bis Mai. Hier sind Temperaturen bis 40 Grad Celsius möglich.

Einreise: Für die Einreise ist ein Reisepass, der noch sechs Monate gültig ist, erforderlich.

Ausflug zum Taal-Vulkan: Der Taal-Vulkan ist in einer Stunde mit dem Auto von Manila aus zu erreichen. Am Ufer des Taal Lake angekommen, dauert die Überfahrt mit dem Boot auf die Vulkaninsel nur etwa 20 Minuten.

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