Ist das Smartphone ein Gewinn? Freischreiben-Autorin Anna Schwarz (28) sagt: Nein. Warum man den technischen Helfer auch mal weglegen sollte.

Ich wache auf: Meine Augen lassen sich kaum öffnen, meine Gedanken kreisen wirr umher. Das Erste, was ich mache: Ich schnappe mir mein Smartphone. Mit großer Anstrengung mache ich erst das eine Auge einen Spalt auf, dann das andere. Die Helligkeit blendet, sodass ich das Handy soweit wie möglich weghalte. Mein Problem: Eine Art Drang bringt mich dazu, erst mal meine WhatsApp-Nachrichten zu checken und in die weiteren Social-Media-Apps reinzuschauen. Warum? Keine Ahnung! Eigentlich könnte ich doch erst in aller Ruhe aufwachen und dann bei Gelegenheit die Nachrichten durchlesen.

Ich stehe auf und richte mich her. Was auf keinen Fall fehlen darf: Gute-Laune-Musik. Und wieder greife ich zu meinem technischen Gefährten und öffne eine App, die meine Lieblingslieder abspielt. Zähneputzend überlege ich, was ich anziehen soll und halte inne, als ich keine Musik mehr höre. Was ist denn jetzt passiert? Genervt schaue ich wieder auf das Display: Die Nachricht einer Freundin hat die Musik unterbrochen. Mit der Zahnbürste im Mund tippe ich eine Antwort. Und wieder denke ich, das hätte ich auch später machen können. Es ist Montag, meine Freundin wollte lediglich wissen, ob ich am Wochenende Zeit hätte. Also absolut keine Eile.