Organ-, Blut- und Stammzellenspende Du kannst Leben retten

Auch du kannst Leben retten! Foto: ccvision.de

Jeder kann in die Situation kommen, dass er eine Blut-, Organ- oder Stammzellenspende zum Überleben braucht. Drei junge Menschen haben uns ihre Geschichte erzählt.

 

Ein Herz und eine Niere für Maria

Maria, 30 Jahre, Rottenburg an der Laaber

„Ich konnte mir nie vorstellen, mit einem fremden Organ zu leben.“ So dachte Maria noch vor zehn Jahren. Doch diese Einstellung hat sich geändert. Nämlich an dem Tag, als ihr eigenes Leben dank eines Spenderherz gerettet wurde.

Alles beginnt damit, dass Maria an ihren Beinen Schwellungen entdeckt. Sie geht zum Arzt. Die Diagnose: Rheuma. Der behandelnde Rheumatologe stellt bei Maria eine Autoimmunkrankheit fest. Mit Medikamenten verschwanden die Schwellungen nach einiger Zeit wieder. „Ich bin nicht mehr zum Rheumatologen gegangen.“ Heute weiß Maria: Das war ein Fehler. „Ich hätte nochmal hingehen sollen, dann hätte man vielleicht vieles verhindern können.“

Damit meint Maria die schreckliche Zeit, die kurz darauf ihr Leben verändert. „Es begann mit sehr hohem Fieber, die Medikamente haben nicht geholfen und keiner wusste, was mir fehlt.“ Maria kommt ins Klinikum nach Regensburg. „Als ich dort ankam, lag meine Herzleistung bei 30 Prozent, am Abend hatte ich nur noch 10 Prozent.“ Dann passiert etwas, was die heute 30-Jährige nie vergessen wird. „Der Arzt sagte zur mir, dass sie mich sedieren.“ Das ist eine Art Narkose über längeren Zeitraum. Der Arzt kann ihr aber nicht versprechen, ob sie die Nacht überlebt. Während Maria über einen Monat sediert ist, diagnostizieren die Ärzte bei ihr einen äußerst seltenen Krebs, der ihren Herzmuskel betrifft. Nach langem Hoffen und Bangen, ob Maria überleben wird, findet sich ein Spenderherz. An die Zeit direkt danach, will Maria nicht mehr erinnert werden. Nichts ist mehr, wie es vorher war. Maria muss täglich viele Tabletten nehmen – für sie ein Ding der Unmöglichkeit, denn vorher nahm sie nie Medikamente. Auch die hohe Keimgefahr durch Außenstehende ist eine Belastung für Maria, die ihre Zeit sehr sonst gerne mit anderen Menschen verbringt.

Aufgrund vieler Komplikationen funktioniert Marias Niere irgendwann nicht mehr. Der Arzt entscheidet: Maria braucht nun, sechs Jahre nach der Herztransplantation, eine neue Niere. Und auch hier läuft es für Maria zuerst nicht gut: „Die Spenderniere wollte nicht arbeiten. Ich hatte zwischendrin ein paar Infekte, die die Niere nicht anspringen ließen.“ Drei Monate nach der OP dann die Erleichterung: Die neue Niere funktioniert. „Seitdem ist mir bewusst, wie wichtig es ist, auf seine eigene Gesundheit zu achten“, sagt Maria. „Es war wirklich eine schwere Zeit für mich, jetzt will ich nach vorne schauen.“

 

So wirst du Organspender

Wenn du dir Gedanken über eine Organspende nach deinem Tod gemacht hast, kannst du das in einem Organspendeausweis festhalten. Diesen Ausweis kannst du zum Beispiel kostenfrei bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anfordern oder unter www.organspende-info.de herunterladen. Ab 14 Jahren kannst du eine Organspende ablehnen, ab 16 Jahren darfst du selbst entscheiden, ob du einer Organspende nach dem Tod zustimmst oder widersprichst. Auf dem Organspendeausweis kannst du genau festlegen, was du willst. Du kannst dich gegen eine Organspende aussprechen oder die Entscheidung einer bestimmten Person übertragen. Wenn du dich für eine Spende entscheidest, hast du auch die Möglichkeit manche Organe aus der Spende auszuschließen.

Auch wenn du vielleicht noch nicht alt genug bist, um über diese Dinge selbst zu entscheiden, ist es sehr wichtig, mit deinen Eltern darüber zu sprechen. So erleichterst du ihnen die Entscheidung, wenn dir einmal etwas zustoßen sollte.

 
 

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