Olympia Althaus fliegt zu Silber - nur ein Meter fehlt zu Gold

Katharina Althaus hat bei den Olympischen Winterspielen in China die erste Medaille für das deutsche Team gewonnen. Sie wurde Zweite und sicherte Silber. Foto: Daniel Karmann/dpa

Katharina Althaus weinte nach ihrem Silber-Coup Tränen der Freude - und gleichzeitig Tränen der Enttäuschung. Mit zwei starken Sprüngen vom Schanzen-UFO in Zhangjiakou ist die Oberstdorferin zwar auf das Olympia-Podest geflogen, die erhoffte Goldmedaille musste sie in einem dramatischen Finale aber der Slowenin Ursa Bogataj überlassen. Nach dem ersten Durchgang hatte Althaus noch geführt.

Umgerechnet 110 Zentimeter fehlten zum ganz großen Triumph des nur 1,57 m großen Flugflohs, der für die erste deutsche Medaille der Winterspiele in Peking sorgte. Bronze ging an Nika Kriznar aus Slowenien.

Bogataj nutzt die Ausfälle

Schon vor vier Jahren hatte Althaus Silber hinter Maren Lundby gewonnen. Weil die Norwegerin derzeit pausiert und Topfavoritin Marita Kramer (Österreich) positiv auf Corona getestet wurde, stand die Tür zum Olympiasieg weit offen. Doch es war Bogataj, die die Gunst der Stunde nutzte.

Die 25-Jährige Althaus flog auf der futuristischen Schanze zunächst auf 105,5 m, ehe sie im zweiten Durchgang bei schwierigen Bedingungen schon nach 94,0 m landete. Die Bayerin verpasste damit eine Wiederholung des Triumphs von Carina Vogt, die bei der Premiere 2014 Gold gewonnen hatte und an ihrem 30. Geburtstag aus der Heimat die Daumen drückte.

Althaus ist die erste Skispringerin mit zwei Medaillen

Erst zum dritten Mal gehörte Frauen-Skispringen zum Olympischen Programm, zum dritten Mal stand eine Deutsche auf dem Podest. Althaus ist zudem die erste Frau mit zwei Olympia-Medaillen.

Als zweitbeste Deutsche landete Juliane Seyfarth (Ruhla) bei Temperaturen von 13,5 Grad unter Null auf den ordentlichen 19. Platz. Die 31-Jährige dürfte damit auch gute Karten für einen Start im Mixed am Montag haben. "Für mich war es positiv, ich bin ganz zufrieden", sagte Seyfarth. Dicht hinter ihr folgten Selina Freitag (Aue) und Pauline Heßler (Lauscha) auf den Rängen 22 und 24.

Althaus zeigte schon im Training ihr Potenzial

Althaus hatte schon am Freitag ihr Medaillen-Potenzial angedeutet: Im Training ließ die Mixed-Weltmeisterin mit einer Weite von 104,5 m die Konkurrenz weit hinter sich und verzichtete anschließend auf einen weiteren Sprung. "Ich bin bereit für morgen. Ich freue mich riesig", sagte die Bayerin daraufhin.

Althaus hat schon am Montag ihre zweite, allerdings auch letzte Medaillenchance der Spiele. Im erstmals ausgetragenen Mixed-Wettbewerb treten zwei Frauen und zwei Männer pro Team an, bei Weltmeisterschaften hat Deutschland zuletzt viermal in Folge Gold gewonnen.

 

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