Gäste in Quarantäne Corona-Infektionen bei Restaurantbesuch in Niedersachsen?

Nach wochenlangen Corona-Maßnahmen werden die Regeln für Restaurants und Cafés gelockert. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Nach der Wiedereröffnung der Restaurants und Cafés scheinen sich in Niedersachsen mehrere Menschen in einem Lokal angesteckt zu haben.

In Niedersachsen haben sich anscheinend sieben Menschen in einem Lokal mit dem Coronavirus infiziert. "Die Infektionen stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal", teilte der Landkreis Leer am Freitag mit. Falls sich das bestätigt, wäre dies der erste bekannt gewordene Fall von in Restaurants verbreiteten Corona-Infektionen seit Wiedereröffnung der Gaststätten und Cafés.

Niedersachsen zählte zu den ersten Bundesländern, in denen Restaurants wieder geöffnet werden durften - seit dem 11. Mai. In den Tagen darauf folgten nach und nach auch fast alle anderen Bundesländer. Ausnahmen gelten für Bayern, wo vorerst nur Biergärten und Außenbereiche aufmachen dürfen, Innenräume ab dem 25. Mai. Als erstes Bundesland löste Mecklenburg-Vorpommern den Lockdown. Dort durften die Restaurants bereits am 9. Mai wieder öffnen.

Laut Landkreis Leer führten die neuen Fälle dazu, dass bereits für mindestens 50 Menschen "vorsorglich häusliche Quarantäne" angeordnet wurde. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Die sieben positiven Befunde, die miteinander zusammenhingen, seien dem Gesundheitsamt von Dienstag bis Freitag mitgeteilt worden, teilte der Landkreis mit. Im Landkreis Leer war zuvor eigenen Angaben zufolge mehr als eine Woche lang überhaupt keine bestätigte Neuinfektion gemeldet worden.

Eine Sprecherin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga sagte einem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender, durch das Hygiene- und Abstandskonzept, das der Verband erarbeitet habe, seien Neuinfektionen in Restaurants eigentlich nicht möglich. 

Einige Experten hatten vor Restaurantbesuchen in geschlossenen Räumen gewarnt. So sagte Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Universitätsmedizin Rostock, der Deutschen Presse-Agentur, die Gäste von Restaurants sollten möglichst draußen sitzen. "Da kommt es praktisch nicht zu Infektionen. Das Coronavirus wird ganz maßgeblich über die Luft übertragen." Dagegen schütze draußen der Luftzug. In Innenräumen von Restaurants oder Cafés werde es allerdings problematischer. Selbst bei ausreichendem Luftaustausch alle sechs bis zehn Minuten gebe es keine hundertprozentige Garantie.

Restaurants und auch Kneipen waren Mitte März geschlossen worden, laut Angaben der Behörden, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die Dehoga hatte die Situation von Gastronomie und Tourismus Anfang Mai als "dramatisch" bezeichnet. Eine Umfrage bei den Betrieben habe ergeben, dass ein Drittel von der Insolvenz bedroht sei - 70.000 der 220.000 Unternehmen.

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