Neue Gesetze und Regelungen 2. Steuern

, aktualisiert am 27.12.2019 - 08:08 Uhr

Grundfreibetrag

Ledige haben ab dem 1. Januar 2020 bei der Einkommensteuer einen höheren Grundfreibetrag. Bis zu 9.408 Euro bleibt das Einkommen steuerfrei. Das sind 240 Euro mehr als 2019, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Für Verheiratete steigt der Betrag auf 18.816 Euro.

Kinderfreibetrag

Auch der Kinderfreibetrag steigt auf 5.172 Euro. 2019 lag er noch bei 4.980 Euro. Eltern können diesen Freibetrag statt des Kindergelds erhalten. Das Finanzamt prüft bei Abgabe der Einkommensteuer automatisch, welche Vergünstigung sich für Eltern mehr auszahlen. Das Kindergeld soll erst 2021 erneut steigen.

Sachbezüge

Grundsätzlich können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Sachbezüge bis zu einem Wert von 44 Euro pro Monat kostenlos oder vergünstigt gewähren, ohne dass darauf Steuern anfallen. Ab dem 1. Januar 2020 fallen jedoch unter anderem zweckgebundene Geldleistungen weg. Auch nachträgliche Kostenerstattungen etwa für eine Tankquittung sind dann laut Bund der Steuerzahler nicht mehr steuerfrei.

Ausnahme: Fahrtkosten auf Dienstreisen dürfen Arbeitgeber weiterhin steuerfrei erstatten. Und auch für aufladbare Geschenkkarten fallen keine Steuern an, wenn der Chef diese zusätzlich zum normalen Arbeitslohn ausgibt. Voraussetzung ist: Der Beschenkte kann mit dem Gutschein und der Geldkarte nur Waren oder Dienstleistungen kaufen.

Gebäudesanierung

Wer in seiner Eigentumswohnung oder in seinem Haus Wände, Decken oder Dach dämmt, Fenster, Türen, Lüftungen oder die Heizung erneuert oder digitale Anlagen zum Energiesparen einbaut, soll ab 2020 über drei Jahre steuerlich gefördert werden. Die Immobilie muss dafür älter als zehn Jahre sein, die Fördermöglichkeit soll zunächst zehn Jahre bestehen. Vorgesehen ist, dass 20 Prozent der Kosten und maximal insgesamt 40.000 Euro je Haus oder Wohnung über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abgezogen werden können. Auch über dieses Vorhaben berät derzeit der Vermittlungsausschuss.

Verpflegungspauschale

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen auswärts tätig sind, können sich ab 2020 über eine höhere Verpflegungspauschale freuen. Dauert die Abwesenheit mehr als acht Stunden, gibt es nun 14 Euro statt bisher 12 Euro. Ist der Beschäftigte den ganzen Tag, also 24 Stunden, unterwegs, gilt die neue Pauschale von 28 Euro. Bei mehrtägigen Reisen steigt die Pauschale für den An- und Abreisetag um zwei Euro auf 14 Euro.

Der Arbeitgeber kann diese Beträge steuerfrei ersetzen. Oder der Arbeitnehmer macht die Pauschale in seiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend - so kann er das zu versteuernde Einkommen senken. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin.

Umzugspauschale

Ab dem 1. März 2020 können Ledige, die aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, pauschal 820 Euro absetzen - etwa für Schönheitsreparaturen in der vorherigen Wohnung. Ehepartner und eingetragene Lebenspartner können dann 1.639 Euro in ihrer Einkommensteuererklärung angeben, erklärt der Bund der Steuerzahler. Zusätzlich können sie etwa Kosten für den Makler oder den Transport der Möbel absetzen - wenn diese einzeln belegbar sind.

Werkswohnungen

Wer von seinem Arbeitgeber eine günstige Wohnung gestellt bekommt, profitiert von diesem geldwerten Vorteil. Ab Januar 2020 gilt laut Verbraucherzentrale NRW ein Bewertungsabschlag: Arbeitnehmer müssen den Vorteil dann nicht versteuern, wenn die Miete mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt. Bislang mussten sie die Differenz zur ortsüblichen Miete voll versteuern.

Freiwillige Steuererklärung

Nicht jeder ist verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben - es lohnt sich aber für viele. Freiwillig ist dies nach Angaben des Bunds der Steuerzahler für Menschen mit geringen Einkünften: etwa für Ledige, die 2020 einen Arbeitslohn von bis zu 11.900 Euro erzielen. Für Verheiratete steigt der Wert um 550 Euro auf 22.600 Euro.

Altersvorsorge

Wer für das Alter vorsorgt, kann bis zu 90 Prozent dieser Aufwendungen absetzen - nach Angaben des Bunds der Steuerzahler berücksichtigt der Fiskus ab 2020 bei Alleinstehenden bis zu 22.541 Euro. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können dann zusammen 45.082 Euro steuerlich geltend machen. Der Fiskus zieht bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, von den Aufwendungen den steuerfreien Arbeitgeberanteil ab.

Unterhalt

Wer seinem Ex-Partner Unterhalt zahlt, kann diesen Betrag unter Umständen steuerlich als Sonderausgaben absetzen. Voraussetzung ist, dass der Empfänger zustimmt und erklärt, diese Zahlungen selbst zu versteuern. Die Zustimmung gilt grundsätzlich dauerhaft und kann nur für die Zukunft entzogen werden, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Stichtag für Änderungen für das Jahr 2020 ist der 31. Dezember 2019. Unterhaltsempfänger richten ihren Widerruf an das eigene Finanzamt und informieren ihren Ex-Partner darüber, so Rauhöft. "Ein Widerruf sollte jedoch nie voreilig erfolgen." Er empfiehlt, stets durchrechnen zu lassen, ob die Änderung bezogen auf die Steuerbelastung von beiden günstiger ist. Damit der Zahlende den Unterhalt steuerlich als Sonderausgaben abziehen kann, muss der Empfänger die sogenannte Anlage U unterschreiben. Er erklärt damit auch, dass er diese Zahlungen in seiner Einkommensteuererklärung angeben und versteuern wird. Den finanziellen Nachteil aus der Versteuerung muss der Unterhaltsleistende ausgleichen. Hakt es beispielsweise dabei, können Ex-Partner überlegen, ihre Zustimmung zu widerrufen.

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