Moosburg

Der Verein „Tante Emma“ hat sich gegründet – Im Oktober soll eröffnet werden


Der Vorstand und Engagierte des frisch gegründeten Tante Emma e.V.

Der Vorstand und Engagierte des frisch gegründeten Tante Emma e.V.

Von Christine Fößmeier

Auch wenn es am Donnerstagabend dreieinhalb Stunden dauerte, um alle Formalien durchzuarbeiten und nötigen Informationen zu vermitteln, ist es vollbracht: Der Verein Tante Emma ist gegründet und bedarf nur noch der Eintragung. Damit kann der neue Sozialladen mit Begegnungsstelle wie Beratungsstätte in absoluter Zentrumsnähe voll durchstarten und im Oktober eröffnen.

Über 40 Stimmberechtigte in einem extrem gut gefüllten Wirtsraum des Hotel-Gasthofs Huber gaben bei der Gründungsversammlung dem Vorstand und der Vereinssatzung grünes Licht. Bislang hatte ja nur ein vorläufiges Planungsteam rund um Johannes Becher, Sebastian Eiden und Klaus Reichel in einer Art "rechtsfreiem Raum" agiert, um die notwendige Vereinsgründung vorzubereiten. Erst der frisch gegründete Verein kann aktiv agieren und beispielsweise die anstehende Anmietung der längst anvisierten Ladenflächen vornehmen. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag: Die Formalien rund um die Vereinsgründung werden abgearbeitet. Der Laden muss entsprechend des Tante- Emma-Konzepts gestaltet werden. Parallel dazu geht es um die Anwerbung noch weiterer Mitglieder, sowohl aktiver wie Fördermitglieder, um Tante Emma auf tragfähige arbeitstechnische wie finanzielle Füße zu stellen. Immerhin will man im Oktober, spätestens zum verkaufsoffenen Sonntag am 16. Oktober, eröffnen.

Der ebenerdige und weitestgehend barrierefreie Laden soll dann ab Mittwoch jeder Woche zumindest für einige Stunden geöffnet sein. Je nach Möglichkeit können sich Verschiebungen und sogar Verlängerungen der Öffnungszeiten ergeben. Bei bislang 50 potenziell an der aktiven Mitarbeit Interessierten sollte eine Öffnung von mindestens 22 Wochenstunden realistisch sein. Dazu meint Reichel ergänzend: "Wir wollen auch kundenfreundlich sein." So würde niemand der im Laden Tätigen ohne Schulung auf die Kunden "losgelassen", solle freundlich und vorbildlich im Umgang agieren, damit sich die Leute bei Tante Emma wohlfühlen.

Nicht ohne Diskussion ging es beim Durchgehen der für die Vereinsgründung notwendigen Satzung zu. Insbesondere die Unterscheidung von ordentlichen bzw. aktiven und außerordentlichen bzw. Fördermitgliedern stieß manchem ungut auf, denn hier hatten Becher und der hier mit ihm zusammenarbeitende Bernd Aschenbrenner unterschiedliche Antrags-, Stimm- und Wahlrechte vorgesehen. Sie hatten angedacht, dass diejenigen, die tatsächlich arbeiten, auch entscheiden. Die Anwesenden wünschten sich hier eine Gleichbehandlung aller Mitglieder.

Ein entscheidender Punkt des gemeinnützigen Tante Emma e.V. ist der Zweck des Vereins, nämlich "Menschen in schwierigen finanziellen oder sozialen Verhältnissen zu unterstützen und eine Informations- und Begegnungsstätte zu schaffen". In der Satzung heißt es dazu weiter: "Zu diesem Zweck betreibt der Verein eine Begegnungsstätte mit einem Raum für ehrenamtliche und nicht-kommerzielle Beratung, der ferner als Treffpunkt von hilfswilligen und hilfsbedürftigen Menschen sowie zur Völkerverständigung von Angehörigen sämtlicher Nationen und Religionen dient."

In den Vorstand wurden im Anschluss neun Personen gewählt. Erster Vorsitzender ist der Jurist und wissenschaftliche Mitarbeiter Johannes Becher. Zweiter Vorsitzender ist der seit 40 Jahren ehrenamtlich tätige und damit an Erfahrung reiche Klaus Reichel. Als Schatzmeister fungiert Philipp Fincke. Veronika Herrmann und Lisa Kohn sind die beiden Schriftführerinnen des Vereins und Viktoria Becher, Hinrich Groeneveld, Rudi Linz und Johann Zitzelsberger die Beisitzer. Rechnungsprüfer sind Bernd Aschenbrenner und Daniela Eiden. Alle wurden einstimmig gewählt.

Neben den Formalien ist es im Augenblick vor allem wichtig, Tante Emma als Projekt für ganz Moosburg ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Die Anschubfinanzierung hat zudem oberste Priorität. Hier helfen weitere Mitgliedschaften und die damit verbundenen Mitgliedsbeiträge (ab zwei Euro im Monat), Spenden und Zuschüsse, wobei es bei Letzterem schon gute Vorgespräche gegeben hat. Darüber hinaus benötigt man gut verkaufbare Ware: ordentliche Damen- und Herrenoberbekleidung, Kinder- und Babykleidung, Taschen, Schuhe und Lederwaren, Teppiche, Vorhänge und Textilien, Kleinmöbel bis zum Regal, doch keine größeren Möbel, funktionierende Lampen und kleine Elektrogeräte, alles rund um Deko, Bücher, Schallplatten, CDs und DVDs sowie diverses Spielzeug und zuletzt auch Kinderfahrräder, Kinderautositze und Kinderwagen. Voraussetzung zur Annahme, über die individuell vor Ort entschieden wird, ist ein guter Erhaltungszustand, ohne dass die Ware überaltert ist.

Innerhalb von einem knappen Vierteljahr steht nun viel Arbeit an, wobei viele Vorarbeiten inklusive Gestaltungskonzept schon geleistet wurden. Der Optimismus des Vorstands sollte aber deutlich machen: Moosburg bekommt "seinen" Sozialladen, und jeder und jede kann noch viel dazu beitragen.

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Der Vorstand und Engagierte des frisch gegründeten Tante Emma e.V.

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