Mobile Bühne Landtag geht auf Wohnmobil-Tour: Gegen Hass und Hetze

Stolze 265.000 Euro hat sich der Landtag seine mobile Bühne kosten lassen, auf der er ab Donnerstag durch Bayern tourt. Hinter der glänzenden Fassade steht ein wichtiger Auftrag.

In einem umgebauten Wohnwagen will der bayerische Landtag ab Ende April bei Besuchen an ausgewählten Orten im Land über seine Arbeit informieren sowie gegen Hass und Hetze vorgehen. "Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass unser Parlament künftig verstärkt Öffentlichkeitsarbeit in der Fläche macht und die Menschen in Bayerns Regionen trifft. Unser LandTruck soll eine mobile Bühne für die Demokratie sein", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Montag in München.

"Hinter uns liegen zwei Jahre Pandemie. Zwei Jahre, die unsere Gesellschaft nachhaltig geprägt haben – und wahrlich nicht immer zum besten", sagte Aigner. Sie erinnerte an Schlagwörter wie "Corona-Diktatur" oder an das gescheiterte Volksbegehren "Landtag abberufen". "Wir erlebten eine aufgeheizte Stimmung – auch gegenüber den demokratischen Institutionen, gegenüber Abgeordneten – bis hin zu strafrechtlich relevanten Drohungen und üblen Beschimpfungen."

Aigner: "Und wir stellten in den Kommentarleisten unserer Social-Media-Kanäle fest, dass es viel Unwissen gibt über die Arbeit von Abgeordneten, über die Arbeit unseres Landtags. Ich denke, wir müssen jetzt, wo es wieder möglich ist, mit den Menschen ins Gespräch kommen."

Der im Jahr 1972 in Kalifornien gebaute Airstream-Trailer wurde vom Bayerischen Landtag erworben und im Jahr 2022 zu einem Bühnenfahrzeug umgebaut. Mit seiner polierten Aluhülle und der auffallenden rundlichen Form ist der Anhänger ein Blickfang. Er soll bayernweit Aufmerksamkeit erzeugen. Die Kosten für Ankauf, Umbau und technische Ausstattung bezifferte der Landtag auf Nachfrage auf 265 000 Euro. Das Geld stammt aus den Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit des Landtags.

Unter anderem sind Lesungen für Schulklassen, moderierte Gesprächsrunden mit der Landtagspräsidentin und den Vizepräsidenten sowie spontane Bürgersprechstunden mit Abgeordneten geplant. In diesem Jahr ist der Besuch von 17 Standorten geplant, 2023 sollen weitere folgen. Premiere ist am 29. April in Grafing bei München (Landkreis Ebersberg).

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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