Medizincampus Niederbayern Nächster Schritt: Machbarkeitsstudien liegen vor

Leitet die Projektgruppe für den Medizincampus Niederbayern: Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Pläne für den Medizincampus Niederbayern werden konkreter: Zwei Machbarkeitsstudien wurden heute im Wirtschaftsministerium eingereicht. Niederbayern soll so als Standort für die Medizinerausbildung attraktiver werden. 

Wie kann eine für den niederbayerischen Raum maßgeschneiderte Medizinerausbildung aussehen? Zu dieser Frage wurden am Freitag zwei Machbarkeitsstudien im Bayerischen Wissenschaftsministerium eingereicht, wie Wissenschaftsminister Bernd Sibler in München bekanntgab. „Das Besondere an beiden Satelliten-Modellen: Niederbayern ist als Zentrum des zweiten Teils des Medizinstudiums vorgesehen. Damit können wir die Region stärken und langfristig für mehr Medizinerinnen und Mediziner in Niederbayern sorgen“, betonte er.

Die beiden Konzepte MedizinCampus Niederbayern mit akademischem Zentrum an der Universität Regensburg und TUM Medizincampus Niederbayern mit akademischem Zentrum an der Technischen Universität München (TUM) setzen jeweils auf einen Klinikverbund mit Kliniken in der Region. Sie wurden im engen Austausch mit den regionalen Partnern erarbeitet und berücksichtigen Details zu Kooperationspartnern, Ausbildung und Lehre, notwendigen Investitionen und der Fachausrichtung. Eine Kooperation mit den wesentlichen Akteuren in der Region und der Einbezug der digitalen Kompetenzen der Universität Passau sind Sibler besonders wichtig: „Entscheidend ist bei allen Überlegungen, dass die Krankenhauslandschaft ausgewogen bleibt und Niederbayern sich als attraktiver Studienort etabliert.“

Entscheidung soll im Herbst fallen

Die beiden Machbarkeitsstudien werden nun im Wissenschaftsministerium geprüft, anschließend übernimmt den Sommer über ein externes Gutachterteam die Bewertung. Auf Grundlage dieser Gutachten wird voraussichtlich im Herbst 2021 der Bayerische Ministerrat über die beiden Konzepte entscheiden. „Ich will die Überlegungen für eine Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten in der Region zum Erfolg führen – und zwar zügig und im gemeinsamen Miteinander“, bekräftigte Wissenschaftsminister Sibler seinen Willen.

Im Oktober 2020 hatte sich die Projektgruppe „Medizincampus Niederbayern“ – bestehend aus Vertretern von Medizin, Universität und Politik insbesondere aus der Region – darauf geeinigt, die beiden genannten Satelliten-Modelle unter Einbindung der digitalen Kompetenzen der Universität Passau näher in Machbarkeitsstudien zu untersuchen. Vorausgegangen waren die Ausarbeitung verschiedener Konzeptpapiere sowie mehrere Arbeitsgespräche. Bei der Auswahl der beiden Konzepte der TU München und der Universität Regensburg hatten Realisierbarkeit, Kooperationsmöglichkeiten, die Umsetzung von Forschung und Lehre sowie die Krankenversorgung und auch finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt. Dabei hatte sich herauskristallisiert, dass ein Satelliten-Modell nach Vorbild des erfolgreichen Medizincampus Oberfranken mit enger Anbindung an eine Universität und kooperierenden Kliniken am ehesten den gewünschten Erfolg verspricht und zu realisieren ist. Auch waren sich die Beteiligten einig, dass Passau mit seiner hohen Kompetenz beim Thema Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen soll.

Die Projektgruppe „Medizincampus Niederbayern“ wurde in der Hightech Agenda Bayern von Ministerpräsident Dr. Markus Söder angekündigt. Sie entspricht dem Ziel Siblers, die ärztliche Versorgung im Freistaat zu stärken und mehr junge Ärztinnen und Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen.

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