Landshuter Feuerwehr Vorläufige Einsatzbilanz: Ein Verletzter und demolierte Autos

Insgesamt 150 Einsätze bestritten die Feuerwehrleute in Landshut in der Nacht auf Montag und im Lauf des Montags. Foto: Feuerwehr Landshut

Sturmtief „Sabine“ gilt bei den Einsatzkräften in Niederbayern schon jetzt als einer der schwersten Stürme der letzten 20 Jahre. So formuliert es die vorläufige Einsatzbilanz der Landshuter Feuerwehr. Bei den Einsätzen im Raum Landshut wurden zwei Feuerwehrautos beschädigt. Ein Feuerwehrmann wäre beinahe verletzt worden – offenbar weil er beim Absperren einer Straße von einem Autofahrer gestreift wurde.

Bei vielen Einsätzen mussten die großen Drehleitern der Feuerwehr ran. Die Landshuter Feuerwehr wurde von der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Ergolding sowie dem Teleskopmast der BWW Werkfeuerwehr Landshut unterstützt. Unterstützung kam außerdem vom THW Landshut.

Laut Angaben der Einsatzkräfte verhielten sich die von den Auswirkungen des Unwetters und der Aufräumarbeiten betroffenen Menschen in der Mehrzahl besonnen, ruhig und verständnisvoll. Ein Negativbeispiel gab es aber auch: Als die Feuerwehr am Graben in Landshut einen Baum beseitigen musste, der quer über die Straße und nur noch in anderen Bäumen hing, sperrten Einsatzkräfte den Bereich alte Bergstraße/am Graben ab. Ein älterer Herr wollte das nicht akzeptieren und versuchte, durchzufahren. Der Mann hupte mehrmals und forderte die eingesetzten Kräfte zum Ermöglichen der Durchfahrt auf, "weil er nach Hause müsse“. Als ihn die Einsatzkräfte beruhigen und ihm die Lage sowie den Grund der Sperre schildern wollten, setzte dieser sein Fahrzeug plötzlich zurück und touchierte einen Feuerwehrmann leicht am Arm, der zum Glück unverletzt blieb. Die Angelegenheit wird entsprechend bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Die Zahl der Einsätze im Stadtgebiet Landshut summiert sich mittlerweile auf 150, über die Kreiseinsatzzentrale in Stadt und Landkreis Landshut wurden insgesamt knapp 400 Einsätze koordiniert. Mehrere Landshuter Stadtteile waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten, einzelne Weiler nicht erreichbar, weil umgestürzte Bäume quer über den Straßen lagen.

Bei einem der ersten Einsätze wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr zwischen umstürzenden Bäumen gefangen. Als die Einsatzkräfte sich den Weg freischneiden wollten, stürzte ein Baumwipfel auf das Einsatzfahrzeug. Glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass „nur“ das Fahrzeug der Feuerwehr getroffen wurde. Unmittelbar neben dem Einsatzfahrzeug war gerade eine Mutter mit Kind mit ihrem Auto unterwegs. Wäre der Baum nicht auf das deutlich größere Feuerwehrfahrzeug gestürzt, hätte er wohl Mutter und Kind im Auto getroffen. Ebenfalls viel Glück hatten die Einsatzkräfte, die neben dem Fahrzeug mit Aufräumarbeiten beseitigt waren und mit dem Schrecken davon kamen. Das Fahrzeug ist bis auf weiteres nicht mehr einsatzbereit. Ein weiteres Einsatzfahrzeug der Feuerwehr wurde durch Orkanböen beschädigt, in dem die Türe beim Aussteigen vor den vorderen Kotfügel gebogen wurde. Der verletzte Kamerad der Landshuter Feuerwehr, der sich bei einem Einsatz die Hand gequetscht hatte, kam zum Glück ohne Knochenbrüche davon und konnte die Klinik zwischenzeitlich wieder verlassen.

Einen weiteren Gefahrenschwerpunkt bildete die Landshuter Altstadt, wo von mehreren Gebäuden inklusive der Martinskirche Dachpfannen in die Altstadt sowie die angrenzenden Gassen fielen. Durch die Einsatzkräfte wurden viele Gefahrenstellen beseitigt, teilweise waren auch großräumige Sperren erforderlich. Ansonsten war das komplette Stadtgebiet von Landshut von umstürzenden Bäumen, abgedeckten Dächern abgerissenen Gebäudeteilen und sonstigen umherfliegenden Teilen betroffen. Vor allem die auf Wohnhäuser gestürzten Bäume als auch über Straßen überhängende Bäume mussten dabei teils in mühevoller und langwieriger Kleinarbeit zurückgeschnitten werden, um so keine weiteren Schäden zu verursachen. Unter anderem wurden auch Dachziegel der Hofberger Wache abgedeckt und mussten über die Drehleiter gesichert werden.

Im Landshuter Osten sowie im Bereich Münchnerau/Gündlkofen wurden zahlreiche Zufahrtsstraßen zu einzelnen Gehöften und Weilern durch umgestürzte Bäume verlegt. Diese konnten zum Teil nur mit schwerem Gerät - sprich Radlader und Kran des THW Landshut - beseitigt werden. An dringlichen Einsätzen - außerhalb des Orkantiefs - kam es noch zu einem Brand in einem Spänebunker eines landwirtschaftlichen Anwesens in Haag bei Landshut. Dieser konnte von Atemschutzträgern gelöscht werden. Anschließend wurde der Spänebunker und die Förderschnecke geräumt. Eine Gefahr für Tiere, Stallungen und Wohnhaus bestand nicht. Weiter stürzte auf der A92 im Bereich Landshut West ein LKW um und blockierte die Fahrbahn. Ein weiterer Klein-LKW stürzte im Bereich der Autobahnzufahrt Landshut West in den Graben. Zum Einsatz auf der Autobahn waren neben Kräften der Stadt auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Altdorf, Piflas und Pfettrach mit vor Ort.

Im Einsatz standen alle Löschzüge der Landshuter Feuerwehr mit gut 150 Kräften. Hinzu kommen rund 45 Kräfte des Landshuter THW sowie etliche Kräfte des BRK Landshut, die an der Feuerwache Münchnerau sowie in der Hauptfeuerwache für die Verpflegung der Einsatzkräfte gesorgt haben.

Angesichts der enormen Schäden und des immer noch vorhandenen Windes wäre es ratsam, die nächste Zeit bewaldete Gebiete und Wälder zu meiden.

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