Nach den Schockwellen, die die Corona-Epidemie in die Wirtschaft schickte, haben Bund und Länder mit massiven Hilfsprogrammen schnell reagiert. Kleine Firmen und Selbstständige bekamen binnen Tagen oder wenigen Wochen mehrere Tausend Euro Zuschuss, um die Pleite zu verhindern. Unternehmen konnten Kredite beantragen, für die der Staat bürgt. Die Nothilfen unterschieden sich von Bundesland zu Bundesland, aber grundsätzlich galt der Grundsatz: Schnelligkeit vor Gründlichkeit.

In der absoluten Ausnahmesituation war dieses Vorgehen richtig. Denn die Politik, die ganze Wirtschaftszweige in den Zwangsstillstand versetzte, hatte die Pflicht, Firmen und Arbeitsplätze zu retten und den Betroffenen das Gefühl zu geben, dass es Hoffnung gibt. Die Nerven der Gesellschaft waren ohnehin zum Bersten angespannt. Öffentliche Förderprogramme leiden häufig darunter, dass die Anträge zu kompliziert gestrickt sind und die Bearbeitung dauert. Bürokratie frisst Zeit. Diese Zeit gab es im Frühjahr nicht. Dass sich Betrüger diese Gelegenheit nicht entgehen lassen würden, war zu erwarten. Der Staat hatte die Geldtöpfe gefüllt und die Wachen abgezogen.